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Medizin

Kaffee senkt Sterblichkeit an Leberzirrhose

Mittwoch, 2. April 2014

dpa

Singapur – Chinesen, die täglich zwei oder mehr Tassen Kaffee tranken, sterben einer epidemiologischen Studie in Hepatology (2014; doi: 10.1002/hep.27054) zufolge zu zwei Dritteln seltener an einer nicht-virusbedingten Leberzirrhose.

Kaffee enthält eine Reihe von bioaktiven Substanzen, die sich in der Summe protektiv auf die Leber auswirken sollen. Im letzten Jahr war eine Meta-Analyse zu dem Ergebnis gekommen, dass Kaffeetrinker seltener an Leberkrebs erkranken. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt das Team um Woon-Puay Koh von der Duke-NUS Graduate Medical School in Singapur bei einer Auswertung der Singapore Chinese Health Study.

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Die Studie begleitete eine Gruppe von 63.275 Einwohnern chinesischer Herkunft, die zu Beginn der Studie zwischen 34 und 74 Jahre alt waren. In den folgenden 14,7 Jahren starben 14.928 Teilnehmer, darunter 114 an Leberzirrhose. Für die Gesamtgruppe war keine günstige Wirkung des Kaffeekonsums nachweisbar, was Koh auf den hohen Anteil von Virusinfektionen an den tödlichen Lebererkrankungen zurückführt.

Für die nicht-viral bedingten (also in der Regel alkoholinduzierten) Leberzirrhosen ermittelte Koh jedoch eine Hazard Ratio von 0,34, die mit einem 95-Prozent-Konfi­denzintervall von 0,14 bis 0,80 signifikant ausfiel und bedeutet, dass Chinesen, die täglich zwei oder mehr Tassen Kaffee trinken zu zwei Dritteln seltener an einer nicht-virusbedingten Leberzirrhose sterben.

Experten vermuten, dass Koffein über den TGF-beta-Stoffwechselweg der Entstehung einer Leberfibrose entgegenwirkt. Auch Cafestol und Kahweol könnten über eine antioxidative Wirkung die Leber schützen. Ein Wirkungsbeleg lässt sich aus epidemiologischen Studien zwar nicht ableiten. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand scheint der Kaffeegenuss der Leber jedoch eher zu nutzen als zu schaden. © rme/aerzteblatt.de

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