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Politik

Telemedizin: Bayern verlangt mehr Förderung vom Bund

Donnerstag, 3. April 2014

Melanie Huml dpa

München – Die Bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, Melanie Huml, hat sich für eine stärkere Förderung der Telemedizin durch den Bund ausgesprochen. „Die Telemedizin muss rasch in die Regelversorgung der gesetzlichen Kranken­versicherung aufgenommen werden. Denn Telemedizin macht Spitzenmedizin immer und überall verfügbar“, sagte Huml beim gestrigen 2. Bayerischen Tag der Telemedizin im Münchner Klinikum Großhadern, für den ihr Ministerium auch die Schirmherrschaft übernommen hatte. Die bayerischen Erfolge etwa in der Schlaganfall-Versorgung seien zwar bereits andernorts adaptiert worden. Für Patienten wäre aber eine bundesweite Anwendung wichtig, so die Ministerin.

Bayern fördert seit 1995 telemedizinische Pilotprojekte und hat hierfür insgesamt rund zwölf Millionen Euro investiert. Darauf verwies Herwig Heide, Leiter der Abteilung Krankenversorgung im Bayerischen Ge­sund­heits­mi­nis­terium. Derzeit gibt es in Bayern sechs geförderte Telemedizin-Netze und mehr als 50 Einzelprojekte aus unterschiedlichen Anwendungsbereichen. Als Beispiele für erfolgversprechende Projekte nannte Heide unter anderem das pädiatrische Konsiliarprojekt „PädExpert“, die Einbettung von Telemedizin im Notfallrettungsdienst im Projekt „Emergency Angel“ im Raum Augsburg sowie das telemedizinische Coaching bei Adipositas im Förderprojekt PUMA.

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Heide wies zudem darauf hin, dass Telemedizin künftig stärker auch in der Pflege verankert werden müsse, um etwa fachärztliche Behandlungen in Pflegeheimen zu ermöglichen. „Hier gibt es erste Ansätze, aber im Vergleich zu den stationären Projekten stehen wir erst am Anfang“, meinte Heide.

Um Einzelanwendungen erfolgreich auch in die Fläche zu bringen, fördert der Freistaat zudem drei telemedizinische Zentren, die die Aktivitäten koordinieren und vorantreiben sollen: die Bayerische TelemedAllianz in Ingolstadt als landesweite Plattform, das Zentrum für Telemedizin in Bad Kissingen und das Medizinische Kompetenzzentrum am Klinikum Augsburg als regionale Anlaufstellen.

„Telemedizin ist kein Ersatz für den persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt. Aber sie ist eine wertvolle Ergänzung vor allem im Hinblick auf medizinisches Expertenwissen. Bayern wird deshalb die Telemedizin weiter ausbauen”, kündigte Ministerin Huml an.

„Telemedizin ist fast nicht mehr wegzudenken aus der Versorgung und wird künftig einen  noch höheren Stellenwert bekommen“, betonte Max Kaplan, der Präsident der Bayerischen Lan­des­ärz­te­kam­mer. Das Potenzial sei noch längst nicht ausgeschöpft. Klar sei aber auch, dass Telemedizin nicht die Nachwuchsproblematik lösen könne. „Telemedizin ersetzt keinen Arzt“, betonte der Kammerpräsident. Er verwies darauf, dass die Bundes­ärzte­kammer eine AG Telemedizin eingerichtet hat, in der ärztliche Experten und Vertreter der Lan­des­ärz­te­kam­mern sich intensiv mit dem Thema befassen. © KBr/aerzteblatt.de

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