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Politik

Fast jedes fünfte europäische Krankenhaus hat ein Insolvenzrisiko

Freitag, 4. April 2014

Kronberg im Taunus – Fast die Hälfte (46 Prozent) der europäischen Krankenhäuser ist in einer wirtschaftlichen Schieflage und nahezu jedes fünfte Krankenhaus hat ein stark erhöhtes Insol­venzrisiko. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „European Hospital Rating Report“ des Managementberatungs-Dienstleisters Accenture in Zusammenarbeit mit dem Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI). Gleichzeitig zeigen die Ergeb­nisse eine starke paneuropäische Streuung: Während in Portugal fast 60 Prozent der Krankenhäuser finanziell angeschlagen sind, gibt es dem Report zufolge in Deutschland und der Schweiz bis zu 80 Prozent gesunde Krankenhäuser.

„Auch wenn die deutschen Krankenhäuser im Vergleich zu anderen europäischen Ländern zu den Klassen­besten gehören, ist das kein Grund zur Entwarnung“, erklärte Sebastian Krolop, Leiter Accenture Strategy im Geschäftsbereich Healthcare bei Accenture Deutsch­land und Autor der Studie.

Denn die Kluft zwischen finanziell erfolgreichen und finanziell schlecht aufgestellten Kliniken wachse. Laut Accenture hat sich die Profitabilität der wirtschaftlich erfolgreichsten Kliniken zwischen 2008 und 2011 kontinuierlich verbessert und die der unwirtschaftlichsten kontinuierlich verschlechtert. „Die Situation im Krankenhauswesen hat sich für Deutschland, aber insbesondere für unsere südlichen Nachbarn, seither nicht verbessert“, so Krolop.

Die Studie ergab, dass die Profitabilität der deutschen Krankenhäuser mit 8,5 Prozent überdurchschnittlich ist und sich lediglich 19 Prozent der Krankenhäuser im finanziellen Risikobereich befinden. Im europäischen Vergleich weisen italienische Krankenhäuser mit 12,1 Prozent die höchste Profitabilität auf, diese ist viermal so hoch wie diejenige der Schweiz. Insgesamt haben laut Untersuchung jedoch 33 Prozent der europäischen Klinken 2011 rote Zahlen geschrieben.

Krolop: „Die finanzielle Schräglage vieler Krankenhäuser in Europa ist häufig strukturbedingt.“ Diese Kliniken müssten nun gezielt ihr Verbesserungspotenzial ermitteln, um wettbewerbsfähig zu werden. Die Studie zeige, dass die europäischen Gesundheitssysteme dringend die Fragen bezüglich adäquater Finanzierung, Krankenhausstruktur und Qualität beantworten müssen. „Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich diese beunruhigende Situation zu einer Krise entwickelt“, erklärte Krolop.

Für den europaweiten Vergleich hat Accenture mit Hilfe des RWI über 1.500 Jahres­abschlüsse von Krankenhäusern aus neun Ländern untersucht, die rund 30 Prozent des Krankenhausmarkts der untersuchten Länder abdecken. Im Fokus stand die Finanzkraft der Krankenhäuser aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Norwegen, Österreich, Portugal, Spanien und der Schweiz.

© hil/aerzteblatt.de

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Krankenhausarzt
am Sonntag, 6. April 2014, 21:48

öffentliche Daseinsfürsorge

Fast jede öffentliche Daseinsfürsorge hat nun endlich ein Strukturproblem.
Hat ja auch lange genug gedauert, aber nun haben wir die Sozialromantik fast erledigt. Dafür haben wir keine einzige Bank verloren.
Besser geht es nicht, oder ?

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