NewsAuslandSyrische Flüchtlinge sterben an behandelbaren Krankheiten
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Syrische Flüchtlinge sterben an behandelbaren Krankheiten

Freitag, 4. April 2014

Das Flüchtlingslager Zaatari in Jordanien nahe der syrischen Grenze /dpa

Bonn – Die Gesundheit von fast 600.000 syrischen Flüchtlingen in Jordanien verschlech­tert sich zunehmend. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Hilfsorganisation CARE, die 384 Familien befragt hat. Demnach gaben neun von zehn Familien an, dass mindestens ein Familienmitglied unter chronischen Krankheiten, Verletzungen oder psychischen Problemen leidet.

Zudem erklärten 23 Prozent der syrischen Flüchtlinge, dass sie eher private Dienste aufsuchen, weil öffentliche Krankenhäuser ihre Bedürfnisse nicht decken oder zu weit von ihrer Unterkunft entfernt liegen. „Es gibt immer mehr Fälle, in denen Menschen an Krankheiten sterben, die in der Regel entweder vermeidbar oder behandelbar sind“, erklärte Salam Kanaan, CARE-Länderdirektorin in Jordanien.

Anzeige

Die Hilfsorganisation ruft zu Spenden auf:
CARE Deutschland-Luxemburg e.V.
Spendenkonto Sparkasse KölnBonn
Kontonummer 4 40 40
BLZ 370 50 198
Stichwort: Flüchtlinge Syrien / Nahost

Die internationale Gemeinschaft müsse deshalb die jordanische Regierung dringend unterstützen, das Gesund­heitssystem für syrische Flüchtlinge und ihre Gastgemeinden zu verbessern. Laut CARE müssen Flüchtlingsfamilien durchschnittlich 65 Euro pro Monat für medizinische Leistungen und Medikamente ausgeben. Familien, die keine oder nur wenig finanzielle Hilfe bekommen, könnten diesen Betrag oft nicht aufbringen.

„Wenn die Unterstützung für syrische Flüchtlinge so dramatisch unterfinanziert bleibt wie bisher und täglich mehr syrische Flüchtlinge die jordanische Grenze passieren, wird die Zahl der Krankheitsfälle steigen“, so Kanaan. Deshalb müssten die Kapazitäten des öffentlichen Gesundheitssystems gestärkt werden. „Wir können nicht tatenlos zusehen, wie chronische Krankheiten und schwere Erkrankungen von tausenden Flüchtlingen zu akuten medizinischen Notfällen werden“, appellierte die CARE-Länderdirektorin. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

21. September 2020
New York – Die Coronapandemie verschlechtert Hilfsorganisationen zufolge die weltweite Ernährungslage. Vor den Veranstaltungen zum 75. Geburtstag der Vereinten Nationen in New York forderte die
Hilfsorganisationen warnt vor Verschärfung der Ernährungskrise
21. September 2020
Berlin – Deutsche Flüchtlingshelfer im Mittelmeer haben den italienischen Behörden Schikane vorgeworfen. Das Rettungsschiff „Sea-Watch 4“ werde unter „fadenscheinigen Bedingungen“ am Auslaufen im
Italien setzt „Sea-Watch 4“ in Palermo fest
21. September 2020
Lesbos – Die akute Krise der obdachlos gewordenen Migranten auf der griechischen Insel Lesbos ist nach Aussagen des stellvertretenden Migrationsministers Notis Mitarakis erst einmal vorbei. „Wir haben
Rund 10.000 Migranten im neuen Zeltlager auf Lesbos
17. September 2020
Washington – Mehrere reiche Nationen, die zusammen nur 13 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen, haben sich laut einem Bericht der Hilfsorganisation Oxfam bereits mehr als die Hälfte der angekündigten
Reiche Länder sichern sich Löwenanteil an Coronaimpfstoff
17. September 2020
Athen – Die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) kritisiert die Anwendung von Zwangsmaßnahmen bei der Umsiedlung von Geflüchteten auf der griechischen Insel Lesbos. Die Polizei
Ärzte ohne Grenzen kritisiert Zwangsmaßnahmen bei der Umsiedlung von Geflüchteten in Moria
14. September 2020
Insel Lesbos – Vier Tage nach dem Großbrand im Flüchtlingslager Moria haben die ersten Migranten auf der Insel Lesbos ein neues provisorisches Zeltlager bezogen. Nach Behördenangaben von gestern
Erste Flüchtlinge beziehen provisorisches Lager auf Lesbos
11. September 2020
Berlin – Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen geht nicht davon aus, dass es nach dem Brand in Moria eine gesamteuropäische Reaktion geben wird. Die Blockadehaltung einzelner EU-Mitglieder in der
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER