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Ausland

Frauenrechtler fordern bessere Dokumentation zu Genitalverstümmelung

Freitag, 4. April 2014

Berlin – Die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes hat die Vereinten Nationen zur besseren Dokumentation von Genitalverstümmelungen in der Welt aufgerufen. Die gewöhnlich von der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) und dem Kinderhilfswerk UNICEF genannten Zahlen von 140 Millionen Betroffenen weltweit seien viel zu niedrig, weil nur Afrika und der Nordirak erfasst würden, erklärte Terre des Femmes am Freitag im Vorfeld des Weltgesundheitstags am Montag. Die UNO ignoriere, dass Genital­verstümmelung auch in Asien vielerorts praktiziert werde.

Die Bundesgeschäftsführerin von Terre des Femmes, Christa Stolle, forderte WHO und UNICEF auf, „die Verbreitung von Genitalverstümmelung an Mädchen und Frauen weltweit zu dokumentieren und zu veröffentlichen, damit die tatsächliche Bedrohungslage - auch für Mädchen in Deutschland - deutlich wird”. Nur so entstehe der notwendige Handlungsdruck auf die Regierungen und die Staatengemeinschaft, wirkungsvolle Maßnahmen zur Überwindung dieser Menschenrechtsverletzung zu ergreifen, erklärte Stolle.

Terre des Femmes verwies insbesondere auf den Fall Indonesiens. Die zuständige Referatsleiterin Katharina Kunze sagte, in dem mehrheitlich muslimischen Land werde vom Rat der Islamgelehrten seit 2008 die Beschneidung von Mädchen als religiös verpflichtend vorgeschrieben.

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Obwohl die Entscheidungen des Rats keine rechtliche Bedeutung haben, sei das Ge­sund­heits­mi­nis­terium 2010 seiner Empfehlung gefolgt und habe die nun offiziell „Mädchenbeschneidung" genannte Genitalverstümmelung erlaubt.

Zwar ordnete das Ministerium an, dass der Eingriff nur von medizinisch geschultem Personal vorgenommen werde dürfe, doch wurde damit die Operation sanktioniert, die vielfach schwerwiege Folgen für die Gesundheit hat. Viele Familien seien nun aber der Ansicht, dass der Eingriff gesundheitliche Vorteile habe, sagte Kunze. Terre des Femmes hat im Februar mit zwei Partnerorganisationen eine Petition gestartet, um Indonesien zur Einhaltung internationaler Verträge und zum Verbot der Genitalverstümmelung aufzufordern. © hil/aerzteblatt.de

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