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Politik

Mehr Pflegepersonal, weniger Behandlungsfehler

Freitag, 4. April 2014

Hamburg – Mehr Pflegepersonal in Kliniken trägt nach Meinung des Aktionsbündnisses Patientensicherheit (APS) dazu bei, Behandlungsfehler zu vermeiden. „Je weniger Pflegekräfte im Einsatz pro Patient sind, desto mehr Fehler passieren durch Überlastung“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende Hartmut Siebert beim „Gemeinsamen Kongress zur Patientensicherheit“ in Hamburg. Jeder Schaden durch eine Behandlung führe nicht nur zu menschlichem Leid, sondern auch zu höheren Kosten für das Gesundheitssystem.

Siebert kritisierte, dass es bislang keine gesetzlich vorgesehene umfassende Dokumentation und Auswertung von Behandlungsfehlern gibt. Bei den jährlichen Daten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen oder der ärztlichen Gutachter- und Schlichtungsstellen handele es sich eher um „Stichproben“, die eine Ursachenanalyse nur partiell ermöglichten. Nur damit ließen sich aber Konzepte zur Vermeidung von Fehlern entwickeln.

Zudem ist die Entschädigung von Opfern medizinischer Behandlungsfehler nach Auffassung von Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) lückenhaft. Oft könne nicht ausreichend sicher nachgewiesen werden, dass ein Behandlungsfehler tatsächlich einen gesundheitlichen Schaden verursacht hat, um vor Gericht Schadenersatzansprüche durchzusetzen. Patienten sollten daher unbürokratisch durch einen über eine bundesmittelbare Stiftung des öffentlichen Rechts finanzierten Härtefallfonds unterstützt werden, forderte Prüfer-Storcks.

Der zunächst mit 100 Millionen Euro auf Bundesebene ausgetattete Fonds soll nur dann einspringen, wenn herkömmliche haftungsrechtliche Ansprüche nicht greifen. Prüfer-Storcks sprach sich auch für eine neue Fehlerkultur aus: „Der offene Umgang mit Fehlern ist ein Kern der Patientensicherheit, Intransparenz ihr größter Feind.“ © KBr/aerzteblatt.de

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