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Medizin

Depressionen erhöhen Risiko auf Herzinsuffizienz

Freitag, 4. April 2014

Levanger – Menschen mit Depressionen erkranken häufiger an einer Herzinsuffizienz. Dies zeigen die Ergebnisse einer bevölkerungsbasierten Beobachtungsstudie, die auf der Tagung EuroHeartCare in Stavanger vorgestellt wurde.

Depressionen gehen mit einer gesteigerten Produktion von Stresshormonen einher, die Blutdruck und Herzrate erhöhen und über eine Aktivierung von Entzündungsparametern die Atherosklerose fördern können. Menschen mit Depressionen pflegen zudem häufig einen ungesunden Lebensstil mit Adipositas, Bewegungsmangel, Alkoholmissbrauch und Rauchen. Alle Faktoren wirken sich langfristig ungünstig auf die kardiale Gesundheit aus, was Lise Tuset Gustad vom Krankenhaus der Stadt Levanger jetzt in einer Auswer­tung der „Helseundersøkelsene i Nord-Trøndeg“ (HUNT) zeigen kann.

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HUNT gehört zu den weltweit größten Beobachtungsstudien. Zur zweiten Kohorte gehörten 62.567 erwachsene Bewohner der Provinz Nord-Trøndelag, in der auch Levanger liegt. In einer Nachbeobachtungszeit von 11,3 Jahren wurden 1499 Erwachsene wegen einer Herzinsuffizienz hospitalisiert oder starben daran. Die Daten setzte Gustad mit dem Ergebnis des Fragebogens zur Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS-D) in Beziehung, den die Teilnehmer zu Beginn der Studie ausgefüllt hatten.

Teilnehmer mit leichten depressiven Symptomen (HADS-D-Score 8-10) hatten ein tendenziell um 5 Prozent erhöhtes Risiko auf eine Herzinsuffizienz (Hazard Ratio 1,05; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,86-1,30). Bei Patienten mit mäßigen bis schweren Symptomen war das Risiko signifikant um 40 Prozent erhöht (Hazard Ratio 1,40; 1,06-1,86). Interessanterweise erklärte ein früherer Herzinfarkt nur 6 Prozent des gesteigerten Risikos. Die Depression scheint das Risiko nicht allein über eine beschleunigte Koronarklerose zu erhöhen. © rme/aerzteblatt.de

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