NewsMedizinNicht nur bei Apnoesyndrom: Schlafstörungen sind Schlaganfallrisiko
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Nicht nur bei Apnoesyndrom: Schlafstörungen sind Schlaganfallrisiko

Montag, 7. April 2014

dpa

Tainan – Menschen mit Schlafstörungen erkrankten einer Kohortenstudie in Stroke (2014, doi: 10.1161/STROKEAHA.113.003675) zufolge in den Folgejahren häufiger an einem Schlaganfall. Die Assoziation war bei jüngeren Menschen besonders deutlich.

Das Schlafapnoe-Syndrom ist das bekannteste Beispiel für eine negative Auswirkung von Schlafstörungen auf das Herz-Kreislauf-System. Die wiederholten Atemaussetzer sind ein bekannter Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall. Das Team um Ya-Wen Hsu von der Chia Nan Universität in Tainan (im Südwesten Taiwans) hat deshalb Patienten mit Schlafapnoe-Syndrom aus der Studie ausgeschlossen, in der 21.000 Patienten mit Schlafstörungen mit 64.000 Versicherten ohne Schlafstörungen verglichen wurden.

Anzeige

Ergebnis: Die Diagnose einer Schlafstörung ging mit einem um 54 Prozent erhöhtem Risiko auf einen Schlaganfall in den folgenden vier Jahren einher. In der Altersgruppe der 18- bis 34-Jährigen war das Risiko sogar um den Faktor 8 erhöht. Ein Diabetes scheint das Schlaganfallrisiko bei Menschen mit Schlaflosigkeit weiter zu erhöhen. Patienten mit dauerhafter Schlaflosigkeit waren der Studie zufolge stärker gefährdet als Menschen, die nur zeitweise unter Schlafstörungen litten oder sich in der Zwischenzeit erholt hatten.

Vor allem jüngere Patienten, die über Schlafstörungen klagen, sollten nach Ansicht der Autoren auf mögliche weitere Risikofaktoren für einen Schlaganfall untersucht werden. Die Pathomechanismen für das erhöhte Schlaganfallrisiko sind nicht genau bekannt. Infrage kommen eine erhöhte systemische Entzündungsreaktion, eine gestörte Glukosetoleranz, ein erhöhter Blutdruck oder eine Überaktivität des sympathischen Nervensystems.

Die Schlafstörung könnte aber auch Ausdruck von Verhaltensweisen wie Bewegungs­mangel, ungesunde Ernährung, Alkoholkonsum und Rauchen sein, die für sich das Schlaganfallrisiko erhöhen, in der Studie aber nicht erfasst wurden.

© rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

3. September 2020
Würzburg – Ein sogenanntes Bindemolekül namens CD84 steuert nach einem Gefäßverschluss im Gehirn das Zusammenspiel zwischen Thrombozyten und bestimmten Entzündungszellen. Es bietet laut einem
Neuer Ansatz für Medikamententherapie nach Schlaganfall
27. August 2020
Berlin – Gemeinsam betrachtet sind direkte orale Antikoagulantien (DOAK) offenbar mit einem im Vergleich zu Phenprocoumon erhöhten Schlaganfallrisiko verbunden, verursachen dafür aber weniger
DOAK oder VKA bei Vorhofflimmern: Uneinheitliches Bild bei Schlaganfall- und Blutungsrisiko
27. August 2020
Berlin – Immer mehr Teenager in Deutschland schlafen schlecht. Das geht aus einer heute in Berlin veröffentlichten Analyse der Barmer hervor. Während Ärzte 2005 bei 9.167 Personen im Alter von 15 bis
Immer mehr Schlafstörungen bei Teenagern
19. August 2020
Regensburg – Das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) hat eine Einheit zur Versorgung von Schlaganfallpatienten eingerichtet. Zusammen mit der Schlaganfallversorgung der Neurologischen Klinik am
Neue Stroke Unit am Universitätsklinikum Regensburg
10. August 2020
Basel – Die Regionen des Gehirns, die die Traumphasen und die Gedächtnisbildung während des Schlafs steuern, beeinflussen möglicherweise auch unser Essverhalten. Bei Mäusen konnten Forscher in den
REM-Schlaf kann das Essverhalten beeinflussen
31. Juli 2020
Berlin – Die Forschung zur Frührehabilitation nach einem Schlaganfall muss intensiviert werden. Dafür haben sich Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG)
Fachgesellschaften für Intensivierung der Schlaganfallsforschung
23. Juli 2020
Palo Alto/Kalifornien – Eine Verkürzung des REM-Schlafs, der Traum- und Lernphase des Schlafes, ging in 2 Langzeitstudien in JAMA Neurology (2020; DOI: 10.1001/jamaneurol.2020.2108) mit einer erhöhten
VG WortLNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER