NewsÄrzteschaftLeitende Internisten lehnen Erfolgsbeteiligung im Krankenhaus ab
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Leitende Internisten lehnen Erfolgsbeteiligung im Krankenhaus ab

Dienstag, 8. April 2014

Wiesbaden – Die Ärzte in den Krankenhäusern fühlten sich mit den Sparvorgaben der kaufmännischen Geschäftsleitungen allein gelassen. Sie befürchten, dass Umsatzziele im Krankenhaus sich negativ auf das Arzt-Patienten-Verhältnis auswirken. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Ärzte-Manager 2013“ (Dtsch Med Wochenschr 02014;1390: 1–10, DOI 10.1055/s-0034-1369904) der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM). Danach ruht die Last, in der Klinik schwarze Zahlen zu schreiben, zunehmend auf den Schultern der Ärzte. „Das verschiebt das ärztliche Berufsbild, da Ärzte immer stärker mit Themen konfrontiert sind, die bisher nicht zu ihren Kernaufgaben gehörten“, sagte Ulrich Fölsch, Generalsekretär der DGIM aus Kiel.

Die DGIM befragte im September 2013 unter ihren Mitgliedern 3.435 ärztliche Führungs­kräfte der ersten und zweiten Führungsebene – Ordinarien, Chefärzte und Oberärzte. Bei einer Teilnehmerquote von 18,3 Prozent zeigen die Ergebnisse, dass fast 75 Prozent aller Führungskräfte ehrgeizige betriebswirtschaftliche Leistungsvorgaben von ihrer kaufmännischen Geschäftsleitung bekommen. „Diese sind jedoch immer schwieriger zu erreichen, weil unter anderem die Schere zwischen Kosten und Erlösen sich zunehmend spreizt“, kommentierte Fölsch. Bei 38 Prozent der ärztlichen Führungskräfte stehe im Arbeitsvertrag zudem eine Erfolgsbeteiligung.

Anzeige

Sehr problematisch sei, dass die ärztliche Verpflichtung zum Patientenwohl mit den von Kaufleuten vorgegebenen Zahlen immer weniger in Deckung zu bringen sei, so Fölsch. „Durch die Abrechnungspauschalen drohen Patienten zu mehr oder weniger lukrativen Fällen zu werden“, kritisiert er.

Es entwickle sich eine Kultur, die Pflege und Medizin nur als veräußerbares Produkt und Handelsware verstehe. Dementsprechend fürchteten fast 90 Prozent der Befragten, dass die Öko­nomi­sierung des Gesundheitswesens negative Auswirkungen auf das Arzt-Patienten-Verhältnis habe. Dies gilt laut der Studie auch für die Erfolgs­beteiligungen, die 65 Prozent der Führungskräfte nicht wünschen. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

29. Juli 2019
Frankfurt am Main – Investitionsgesellschaften haben es auf den deutschen Gesundheitsmarkt abgesehen. Sie kaufen mittlerweile auch kleinere Arztpraxen auf. Für die Patienten müsse das keine schlechte
Unternehmensberatung sieht Vorteile bei Übernahme von Arztpraxen durch Investoren
30. April 2019
München – Vor einem Übergewicht ökonomischer Interessen bei der Patientenversorgung durch das Engagement renditeorientierter Investoren im Gesundheitswesen hat die Deutsche Ophthalmologische
Augenärzte warnen vor Patientenselektierung aus ökonomischen Gründen
11. April 2019
Berlin – Experten fordern, den wirtschaftlichen Druck im Gesundheitssystem zum Wohl der Patienten zu verringern. „Ökonomische Interessen dürfen eigentlich die medizinischen Entscheidungen nicht
Fachgesellschaften wenden sich gegen ökonomischen Druck in Krankenhäusern
11. April 2019
Mainz – Der Gesetzgeber muss sich um die zunehmende renditebezogene Ausbreitung von Fremdinvestoren im Gesundheitssektor insbesondere bei Pflegeheimen und (zahn)-medizinischen Versorgungszentren (MVZ)
Ärztekammer ruft nach mehr Regulierung für Medizinische Versorgungszentren
29. März 2019
Berlin – Angesichts der zunehmenden Öko­nomi­sierung des Gesundheitssystems hat der Hartmannbund eine Rückbesinnung auf ärztliche Kernaufgaben gefordert. Der Ärzteverband warnt davor, Zuwendung und
Hartmannbund kritisiert Ökonomisierung des Gesundheitssystems
12. März 2019
Berlin – Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) hat mit einer neuen Stellungnahme Position gegen eine Öko­nomi­sierung der Medizin bezogen. Die Medizinstudierenden
Medizinstudierende wehren sich gegen Ökonomisierung der Medizin
27. Februar 2019
Hamburg/Halle – Das Deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin (EbM-Netzwerk) fordert in einer aktuellen Stellungnahme die Abkehr von der Gewinnmaximierung in der Gesundheitsversorgung. Es schließt
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER