Politik

Gröhe will Zahl der Krankenhausbetten reduzieren

Mittwoch, 9. April 2014

München – Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will die Zahl der Krankenhausbetten in Deutschland reduzieren. Trotz steigender Patientenzahlen seien im Jahresdurchschnitt nur 77 Prozent der Kapazitäten in den Kliniken ausgelastet, sagte er der Süddeutschen Zeitung vom Mittwoch. Das bedeute, dass von den rund 501.000 Klinikbetten etwa 113.000 leer stünden. Man müsse fragen, ob diese hohe Bettenzahl notwendig sei, um die Versorgung der Patienten sicherzustellen. „Vielleicht ist ein Abbau oder eine Umwandlung überzähliger Betten sinnvoller, sagte Gröhe.

Gröhe präzisierte im Gespräch mit der SZ auch die geplante Krankenhausreform. Dabei werde Qualität eine deutlich größere Rolle spielen als bislang. Der CDU-Politiker forderte die Krankenhäuser unter anderem auf, ihre Patienten umfassend und verständlich über die Qualität ihrer Leistungen zu informieren. „Die Menschen sollen die Informationen verstehen, ohne vorher ein Medizin- und Jurastudium absolvieren zu müssen.“ Aber auch beim Geld soll die Qualität künftig eine zentrale Rolle spielen.

Anzeige

Laut Gröhe könnten durch Zu- und Abschläge gute Leistungen besser und schlechte Leistungen schlechter bezahlt werden. Zudem sollten Kliniken, die durch zuätzliche Anstrengungen bestrebt seien, ihre Qualität zu verbessern, mehr Geld erhalten. Zur Vorbereitung der Krankenhausreform soll sich eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe konstituieren, die – laut Koalitionsvertrag – bis Ende 2014 entsprechende Eckpunkte erarbeiten soll.

Reinhard Busse, Professor für Management im Gesundheitswesen an der Technischen Universität Berlin, hatte in der letzten Woche ebenfalls dafür plädiert, die Zahl der Krankenhausbetten zu reduzieren und die Fallzahlen zurückzufahren. Das Personal, insbesondere in der Pflege, müsse dabei aber erhalten bleiben, so dass die ärztliche und pflegerische Versorgung insgesamt verbessert würde, sagte er auf dem Gesundheitskongress des Westens in Köln. © dpa/EB/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

kartzinski
am Sonntag, 4. Mai 2014, 12:26

Krankenhausbetten abbauen

Das Problem stellt sich v.a. in Ballungsräumen und kleinen Kliniken im ländlichen Bereich. Wenn man kritisch visitieren würde, könnte man sicher 30 % der Pat. entlassen und ambulant führen, insbesondere geriatrisch! - pflegerisch!! Hierfür müssten aber endlich neue Versorgungsstrukturen geschaffen werden!!
Nichts desto Trotz gehören die im internationalen Vergleich übermäßigen Krankenhausbetten mittelfristig reduziert.
fdwnoh
am Mittwoch, 9. April 2014, 13:56

"Im Durchschnitt war der See 1 Meter tief, dennoch ist die Kuh ertrunken."

Für eine ausreichende Versorgung in Spitzenbelastungszeiten muss der maximale Bedarf ermittelt werden. Sonst riskiert man eine lediglich durchschnittliche Versorgung.

Nachrichten zum Thema

23.02.17
Hannover – Mit einem finanziellen Kraftakt will Niedersachsens rot-grüne Landesregierung den Investitionsstau bei den Krankenhäusern im Land beseitigen. „Das Land stellt in den Jahren 2016 bis 2020......
21.02.17
Berlin – Für Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen soll es analog zu den Programmen für Hochschulen und Schulen ein milliardenschweres Förderprogramm geben. Das hat die nordrhein-westfälische......
13.02.17
Fast jedes zweite bayerische Krankenhaus schreibt rote Zahlen
München – Die wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser in Bayern ist weiterhin angespannt. 42 Prozent der Kliniken in dem Bundesland meldeten bei der Umfrage zum „Bayerischen Krankenhaustrend“ der......
09.02.17
Dresden – Die Krankenhäuser in Sachsen erhalten für das laufende Jahr mehr Geld. Das sieht eine aktuelle Vereinbarung zwischen Krankenkassen und der Krankenhausgesellschaft Sachsen über den......
03.02.17
Berlin – Krankenkassenverbände und Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG) haben sich für das Jahr 2017 auf einen neuen Landesbasisfallwert für Berlin verständigt. Dieser steigt zum 1. Februar von......
01.02.17
Potsdam – Brandenburgs Krankenhäuser bekommen 2017 rund zwei Prozent mehr Geld pro Patient. Für jeden stationären Fall zahlen Krankenkassen in diesem Jahr im Durchschnitt 3.348 Euro, etwa 70 Euro mehr......
01.02.17
München – Die Krankenhäuser in Bayern benötigen deutlich mehr Geld als bislang zur Verfügung steht, um ihre Gebäude zu sanieren und die medizinische Ausstattung zu modernisieren. Das betonte der......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige