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Ärzte ohne Grenzen äußern scharfe Kritik an UNO im Südsudan

Donnerstag, 10. April 2014

Flüchtlingscamp Tomping bei Juba im Südsudan /dpa

Juba  – Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat scharfe Kritik am „beschä­menden Verhalten“ der Vereinten Nationen im Südsudan geäußert. „In einer schockierenden Zurschaustellung von Gleichgültigkeit haben leitende Vertreter der UN-Mission im Südsudan (UNMISS) sich geweigert, die Lebensbedingungen von 21.000 Vertriebenen zu verbessern“, erklärte die Hilfsorganisation am Mittwoch mit Blick auf ein Flüchtlingslager in einem UN-Stützpunkt in der Hauptstadt Juba. Die UNO habe die Zivilisten in einem für Überschwemmungen anfälligen Teil des Geländes gelassen, obwohl sie dort Krankheiten ausgesetzt seien.

„Die Entscheidung von UNMISS, die Bedingungen in Tomping nicht zu verbessern, ist beschämend“, sagte die MSF-Nothilfekoordinatorin Carolina Lopez. Rund 21.000 Menschen haben in dem UN-Lager Tomping in der Hauptstadt Zuflucht vor der ethnisch motivierten Gewalt gesucht, die seit Mitte Dezember das Land zerreißt. Sollte nicht rasch etwas unternommen werden, könnte die bereits entsetzliche Lage tödlich werden, warnte MSF. Der Beginn der Regenzeit hat demnach bereits zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen in diesem und anderen Lagern geführt.

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UNMISS versicherte, sie täten ihr Bestes und seien sich der Probleme für die Flüchtlinge in den Lagern bewusst. Diese seien jedoch nicht für die Aufnahme von Flüchtlingen gemacht. UN-Sprecher Stéphane Dujarric sagte in New York, sie versuchten, die Flüchtlinge dazu zu bewegen, freiwillig in bessere Lager umzuziehen, doch stelle dies „eine logistische Herausforderung“ dar. Der Sprecher der UN-Hilfsoperationen, Nick Birnback, wies die Kritik von MSF entschieden zurück. Er betonte, diese werde auch keineswegs vom Rest der Hilfsorganisationen geteilt. © afp/aerzteblatt.de

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