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Ärzteschaft

Streit um Honorarkonvergenz

Donnerstag, 10. April 2014

Düsseldorf – Streit um das Honorar der niedergelassenen Ärzte gibt es zwischen Nordrhein-Westfalen (NRW) und Bayern. „Gleiches Geld für gleiche Leistung – dieser Grundsatz muss auch für die Kassenärzte gelten“, sagte die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) und stellte sich damit auf die Seite der rheinischen und westfälischen Ärzte, die schon lange die sogenannte Honorar­konvergenz fordern.

Steffens kritisierte ihre bayerische Amtskollegin Melanie Huml (CSU). Diese hatte auf dem Bayerischen Hausärztetag Anfang des Monats der Honorarkonvergenz eine Absage erteilt – sie bedeute nichts anderes als „staatlich verordnete Honorarnivellierung“, der sich die CSU strikt widersetzen werde, so Huml.

„Seit der Honorarreform 2009 werden die Vertragsärzte in Nordrhein-Westfalen bei der Honorierung ihrer Leistungen im Vergleich zu ihren Kollegen anderer Bundesländer benachteiligt. Forderungen nach einer Gleichbehandlung wurden bisher aus reinen Besitzstandsgründen abgeblockt. Das ist nicht zu akzeptieren“, so Steffens.

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Es sei daher zu begrüßen, dass die Große Koalition in ihrem Koalitionsvertrag festgelegt habe, zu prüfen, wie unbegründete Unterschiede aufgehoben werden können. „Diese eigentlich selbstverständliche Festlegung muss jetzt schnell umgesetzt werden – auch, um weitere Standortnachteile für Nordrhein-Westfalen zu vermeiden“, so Steffens.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein begrüßte die Stellungnahme aus dem Ministerium: „Wir danken Gesundheitsministerin Barbara Steffens ausdrücklich dafür, dass sie auf die Aussagen aus Bayern so deutlich reagiert hat. Ohne Unterstützung der Politik wird es keine bundesweit vergleichbare und angemessene Vergütung der niedergelassenen Vertragsärzte und -psychotherapeuten in Nordrhein-Westfalen geben“, sagte der KV-Vorsitzende Peter Potthoff.

Er betonte, es gebe große Unterschiede bei der Vergütung ärztlicher Leistungen in den einzelnen Bundesländern, die nicht auf eine unterschiedliche regionale Morbidität der Versicherten zurückzuführen seien. „Die ambulante Versorgung in Nordrhein ist unterfinanziert – je nach Messmethode liegen die Mittel zwischen 11 und 12,5 Prozent unter dem erforderlichen Niveau“, so Potthoff. © hil/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Freitag, 11. April 2014, 13:20

"Zieht den Bayern die Lederhosen aus"?

Bedaure, aber das mit der „staatlich verordnete(n) Honorarnivellierung“, der sich die CSU strikt widersetzen werde, ist eine typische bayrische Bierzelt-Demagogie, die so gar nicht zum intellektuellen Format einer Bayrischen Landesgesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) passt.

Denn wer wie die GROKO und auch die Opposition in seltener Einmütigkeit bei "Sonntagsreden" die zentrale Bedeutung und F ö r d e r u n g der Hausarzt-Medizin, in Deutschland beschwört, kann nicht eine föderal verbrämte, gehässige Neiddebatte führen und Honorar u n g l e i c h h e i t e n für identische hausärztliche Versorgungsleistungen zementieren wollen. Auch einer bayrischen Landesgesundheitsministerin müsste bekannt sein, dass ihre einseitige, NRW-Hausärztinnen und Hausärzte offen diskriminierende Position den Verdacht auf eine juristisch abwegige und verfassungswidrige (Gleichheitsgrundsatz!) Position darstellt.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Avatar #672734
isnydoc
am Donnerstag, 10. April 2014, 17:47

Dryden-Petition im Herbst 2011 - eine Art von "Remake"?

Bereits damals wurde die "Konvergenz" heiß diskutiert. Ein versierter Beobachter, der für den Ärztenachrichtendienst arbeitet, schrieb damals zu einer Diskussionsveranstaltung das hier:
Selbst die redegewandte Barbara Steffens, grüne Gesundheitsministerin in NRW, machte nicht im obligaten Politiker-Sprech. Sie gab unumwunden zu, dass ihr Haus, das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA), keinen Zugriff auf Daten habe, die den Fluss der Honorar-Milliarden im Land vom Gesundheitsfonds über die Kassen zu den KVen erklärten. Und dass, obwohl sie unmittelbar davor als einzig möglichen Ausweg aus der unter dem Bundesdurchschnitt liegenden Honorar-Alimentierung der Vertragsärzte eine Art runden Tisch aller GKV-Beteiligten in NRW gefordert hatte. Der solle dann sektorenübergreifend hinter die vielfältigen Versorgungsprobleme „gucken“ und somit Gelder bei Fehl- und Überversorgung enttarnen, die dann den Vertragsärzten zu Gute kämen.
Wie das ohne Honorarfluss-Kenntnisse umzusetzen sei, blieb allerdings ihr Geheimnis. (J.Küpper in einem Bericht zur Veranstaltung von "Freie Ärzteschaft" am 5.10.2011 im HILTON, Düsseldorf)
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