NewsPolitikStrategien gegen psychische Belastungen am Arbeitsplatz immer wichtiger
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Strategien gegen psychische Belastungen am Arbeitsplatz immer wichtiger

Donnerstag, 10. April 2014

Mainz/München/Berlin – Auf die Bedeutung von psychischen Belastungen am Arbeitsplatz hat der rheinland-pfälzische Arbeitsminister Alexander Schweitzer (SPD) hingewiesen. Der deutschen Wirtschaft entstünden durch psychische Erkrankungen Kosten von knapp 29 Milliarden Euro pro Jahr. Hohe Ausgaben beispielsweise für Medikamente, Rehabilitationsmaßnahmen, Krankengeld oder Frührente bei aufgrund von Arbeitsunfähigkeit gleichzeitig sinkenden Beitragseinnahmen belasteten auch Kranken- wie Rentenkassen stark sagte der Minister bei einer Informationsveranstaltung zum Thema „Psychische Belastung am Arbeitsplatz“ in Kaiserslautern.

„Der Erhalt der psychischen und physischen Gesundheit von Beschäftigten ist daher eine der Zukunftsaufgaben der Arbeitsmarktpolitik. Das Credo ‚Gesund im Job‘ muss aber ebenso zur Selbstverständlichkeit einer jeden Unternehmenskultur werden“, forderte Schweitzer.

Einsatz für die Gesundheit der Beschäftigten forderte auch die bayerische Gesundheits­ministerin Melanie Huml (CSU). „Unternehmen dürfen die betriebliche Gesundheits­förderung nicht als reinen Kostenfaktor sehen. Es handelt sich vielmehr um eine wichtige Investition in die Vitalität des gesamten Betriebs“, sagte sie bei der Veranstaltung „DAK-Dialog“ in München. Dies gelte auch für den Bereich der psychischen Gesundheit.

Anzeige

„Bei arbeitsplatzbedingten psychischen Problemen findet man oft eine Kombination von unterschiedlichen Auslösern wie einer hohen Arbeitsbelastung, einer mangelnden Wertschätzung, und einer fehlenden Selbstfürsorge der Betroffenen“, erläutert Annette Haver vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN).

Häufig stellten die Betroffenen auch zu hohe Leistungsansprüche an sich selbst und es fehlten entsprechende Bewältigungsstrategien. Der Berufsverband habe daher die Initiative „Coach BVDN“ gegründet, die Unternehmen zum Thema psychische Gesundheit berät. „Nicht selten liegt bei einem Arbeitsplatzproblem auch eine psychiatrische Erkrankung zugrunde und kein Arbeitsplatzkonflikt im engeren Sinne – mit den zwangsläufigen Konsequenzen in der Behandlung“, so Haver. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. Oktober 2020
Essen – Verschlechtert sich die psychische Gesundheit eines Partners, gefährdet dies eine Beziehung massiv: Das Risiko einer Trennung innerhalb von zwei Jahren wird dadurch etwa verdoppelt. Das
Psychische Erkrankungen gefährden die Partnerschaft, körperliche Erkrankungen eher nicht
16. Oktober 2020
Köln – Mit dem Fachheft „Expertise zur Suchtprävention 2020“ hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) eine wissenschaftlich basierte Handreichung vorgelegt. Ziel ist es, damit
BZgA bringt suchtpräventive Forschung und Praxis zusammen
13. Oktober 2020
Brüssel – Die Europäische Union (EU) will Arbeitnehmer besser vor arbeitsbedingten Muskel- und Skeletterkrankungen schützen. Eine entsprechende Aufklärungskampagne startete die EU-Agentur für
EU: Mehr Schutz gegen arbeitsbedingte Muskel- und Skelettkrankheiten
8. Oktober 2020
Mainz – Der rheinland-pfälzische Landtag hat gestern einstimmig ein Gesetz verabschiedet, das den Umgang mit psychisch Erkrankten neu regelt und die Hilfen für sie verbessern soll. Dadurch sollen
Gesetz für psychisch Kranke in Rheinland-Pfalz beschlossen
8. Oktober 2020
Berlin – Auf die gesundheitlichen und humanitären Folgen der Abschiebepraxis von Geflüchteten haben die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW)
IPPNW: Abschiebepraxis geflüchteter Menschen humanisieren
6. Oktober 2020
Genf – Die Coronakrise stellt viele Menschen auch vor schwere psychische Probleme, doch wird dieser Aspekt nach Angaben der WHO im weltweiten Kampf gegen das Virus häufig übersehen. Zwar hätten in
WHO erinnert an psychische Auswirkungen der Pandemie
5. Oktober 2020
Berlin – Drei Bundesministerien und rund 50 Behörden und Organisationen wollen gemeinsam das Thema psychische Erkrankungen aus der Tabuzone holen und die Präventionslandschaft in Deutschland besser
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER