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Medizin

NSAID könnten Vorhofflimmern begünstigen

Donnerstag, 10. April 2014

dpa

Rotterdam – Fördert die Einnahme von nicht-steroidalen Antiphlogistika (NSAID), die zu den am häufigsten verordneten Medikamenten zählen, die Entwicklung des Vorhof­flimmerns, die häufigste Herzrhythmusstörung im Alter? Eine prospektive Beobach­tungsstudie in BMJ Open (2014; 4: e004059) sieht einen möglichen Zusammenhang.

In beiden Rotterdam-Studien wird seit 1990 und 2000 eine Gruppe von älteren Einwohnern aus einem Vorort der niederländischen Großstadt begleitet. Bei allen Teilnehmern wurde vor Beginn der Studie ein EKG mit 12 Ableitungen durchgeführt. Von den 8.423 Teilnehmern, die im Durchschnittsalter von 69 Jahren zu Beginn der Studie noch einen Normalbefund im EKG hatten, erkrankten in den folgenden 12,9 Jahren 857 an Vorhofflimmern: 554 dieser Patienten hatten NSAID eingenommen, 42 nahmen die Medikamente auch zum Zeitpunkt der Diagnosestellung ein.

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Der Epidemiologe Bruno Stricker vom Erasmus Medisch Centrum in Rotterdam errechnet daraus eine Hazard Ratio von 1,76 ( 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,07-2,88) für die Einnahme von NSAID insgesamt und von 1,84 (1,34-2,51) für eine Einnahme in den letzten 30 Tagen. Er konnte dabei andere kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Blutdruck, Körpergewicht, Cholesterinwert, Diabetes und auch frühere Herzinfarkte oder eine Herzinsuffizienz als mögliche andere Ursachen berücksichtigen.

Dennoch ist die Untersuchung kein Beweis, zumal ein plausibler Wirkungsmechanismus fehlt. Nach einer Hypothese von Stricker könnte die Hemmung der Cyclooxygenase in der Niere zu einem Anstieg des Blutdrucks und zu einer Volumenbelastung des Herzens führen, was mögliche Auslöser des Vorhofflimmerns wären.

Es ist aber auch nicht auszuschließen, dass die erhöhte entzündliche Aktivität im Organismus, die Auslöser für die Einnahme der NSAID ist, für das Vorhofflimmern verantwortlich ist. Dann wären die NSAID ein Marker aber nicht die Ursache des Vorhofflimmerns. © rme/aerzteblatt.de

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