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Medizin

EMA warnt vor dualer RAS-Blockade

Freitag, 11. April 2014

London – ACE-Hemmer, Sartane und der Renin-Inhibitor Aliskiren, die alle das Renin-Angiotensin-System (RAS) hemmen, sollten nach Möglichkeit nicht kombiniert werden. Dies rät der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) zum Abschluss einer Risikobewertung.

Das RAS-System reguliert den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt des Körpers, der wiederum den Blutdruck beeinflusst. RAS-Blocker werden zur Behandlung der arteriellen Hypertonie und der Herzinsuffizienz eingesetzt, bei bestimmten Nierenerkrankungen mindern sie die Proteinurie.

Die an sich plausible Kombination der Wirkstoffklassen, auch als duale RAS-Blockade bezeichnet, hat sich zuerst in der ONTARGET-Studie als kontraproduktiv erwiesen. Dort war es unter der Kombination von Ramipril plus Telmisartan überraschend zu einem Anstieg von arteriellen Blutdruckabfällen, Synkopen und Nierenfunktionsstörungen gekommen (NEJM 2008; 358: 1547-1559).

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Als riskant erwies sich auch die Kombination von Aliskiren mit anderen RAS-Blockern in der ALTITUDE-Studie (2012; 367: 2204-13). Die Studie wurde aufgrund vermehrter Hyperkaliämien frühzeitig abgebrochen. Die EMA hat im Februar 2012 vor der Kombination gewarnt. Zuletzt hatte eine Meta-Analyse (BMJ 2013; doi: 10.1136/bmj.f36) auf Risiken hingewiesen, denen kein erkennbarer Nutzen gegenüberstand.

Dieser Beurteilung hat sich jetzt auch die EMA angeschlossen. Der PRAC rät insbeson­dere bei Diabetikern mit vorbestehenden Nierenschäden von der gleichzeitigen Gabe von zwei Wirkstoffen aus den drei Wirkstoffklassen ab. Sollte eine duale Blockade dennoch bei einem Patienten notwendig werden, sollte die Therapie nur unter einer Aufsicht und enger Kontrolle der Nierenfunktion durchgeführt werden, rät die EMA. Erlaubt ist dann allenfalls die Kombination von ACE-Hemmer und Sartane. Eine duale RAS-Blockade mit Aliskiren ist strikt kontraindiziert. © rme/aerzteblatt.de

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