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Politik

Krankenhausportale wollen besser werden

Sonntag, 13. April 2014

Berlin – Patienten in Deutschland sollen nach dem Willen der Betreiber von Patienten­portalen ihr Krankenhaus künftig in Bestenlisten aussuchen können. Risiken durch mangelnde Erfahrung einer Klinik oder nicht optimale Abläufe etwa rund um Operationen sollen so minimiert werden können. Dafür verlangen die Betreiber unter anderem des Internetangebots „Weisse Liste“ in einem vorliegenden Aufruf, notwendige Daten auch offiziell zu erfassen.

Der Aufruf richtet sich an den Vorsitzenden des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses Josef Hecken. Im Auftrag dieses Gremiums wird schon jetzt der Behandlungserfolg in den Krankenhäusern untersucht. Seit dem Jahr 2005 sind Krankenhäuser gesetzlich verpflichtet, regelmäßig strukturierte Qualitätsberichte zu veröffentlichen. Doch die heute erhobenen Daten seien unverständlich und unübersichtlich, heißt es in dem Aufruf. „Weder Laien noch Experten verstehen die Bedeutung der einzelnen Qualitäts­indikatoren.“

Deshalb solle der Ausschuss dafür sorgen, dass mit den Qualitätsberichten der Krankenhäuser auch für die Patienten sinnvolle Informationen erstellt werden können. Nötig seien konkrete Aussagen über die Qualität der einzelnen Häuser und ihrer Abteilungen je nach Behandlungswunsch.

Die Krankenhäuser kritisierten den Vorstoß. „Die kommerziellen Interessen der Vermark­ter können nicht Maßstab für die Berichterstattungspflicht der Krankenhäuser sein“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum. Die „Weisse Liste“ ist ein Projekt von Bertelsmann Stiftung und Verbraucher­organisationen. Patienten können hier bundesweit Kliniken für bestimmte Behandlungen aussuchen.

Auch die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Patienten verständlich über die Qualität der Kliniken zu informieren. Selbst im Gemeinsamen Bundes­aus­schuss räumte man 2012 ein: „Die Qualitätsmessungen decken nicht sämtliche der häufigsten Eingriffe ab.“

Krankenhäuser: Qualität im Fokus

19 000 Todesfälle aufgrund von Fehlern im Krankenhaus – der öffentliche Schlagabtausch darüber lenkt ab von der Frage, wie künftig Qualitätsorientierung ausgestaltet werden soll. Die Schlagzeilen am Tag nach der Vorstellung des AOK-Krankenhaus-Reports 2014 hatten es in sich: „Vorsicht bei der Klinikwahl“ („Süddeutsche Zeitung“), „Behandlungsfehler führen zu mehr

Das Bundeskabinett ließ bereits Gesetzespläne für die Gründung eines neuen Instituts passieren, das routinemäßig erhobenen Daten zur Qualität der Kliniken aufwendig auswerten soll. Erkenntnisse, in welchen Bereichen Kliniken besser oder schlechter abschneiden, sollen auch Basis für die Höhe der Bezahlung der Einrichtungen werden.

An diesem Mittwoch beraten die Ge­sund­heits­mi­nis­ter von Bund und Ländern in Berlin unter anderem über die Krankenhausversorgung in Deutschland –  ein erster Schritt hin zu einer geplanten großen Klinikreform. © dpa/aerzteblatt.de

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