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Medizin

Finanzielle Anreize verbessern Impf-Compliance bei Hepatitis B

Mittwoch, 16. April 2014

London – Schon 30 Britische Pfund pro Patient könnte die Wahrscheinlichkeit, dass Heroinabhängige eine Hepatitis-B-Impfung komplementieren, um den Faktor zwölf steigern. Zu diesem Ergebnis kommt die Arbeitsgruppe um John Strang am National Addiction Centre at King's College London in Zusammenarbeit mit Forscher des Imperial und University College London. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse in The Lancet (http://dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(08)61345-8 ).

Das parenteral übertragene Hepatitis-B-Virus gilt als äußerst ansteckend. Im Falle von Nadelstichverletzungen mit kontaminierten Nadeln beträgt das Übertragungsrisiko 30 Prozent, bei intravenösem Drogenkonsum ist es noch höher. Laut der Wissenschaftler sind in Großbritannien 22 Prozent aller intravenösen Drogenkonsumenten infiziert.

Da der komplette Impfplan mindestens drei Immunisierungen erfordert, ist die Com­pliance der Konsumenten für gewöhnlich gering. Im Hinblick auf die gesundheitlichen und ökonomischen Folgen einer Neuinfektion könnte ein finanzielles Belohnungssystem hier wesentliche Vorteile bringen, so die Meinung der Forscher.

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Für eine größtmögliche Compliance wählten die Forscher das kürzeste Impfschema mit insgesamt drei Immunisierungen (nullter, siebter und 21er Tag). 210 Heroinsüchtige, die als Teilnehmer eines Methadonprogramms an verschiedenen medizinischen Hilfsstellen behandelt wurden, konnten die Wissenschaftler in ihre Studie einschließen.

Sie randomisierten die Teilnehmer in drei Gruppen: Eine Gruppe erhielt keine Vergütung für Impfungen, eine zweite Gruppe erhielt für jede Dosis zehn Pfund und die dritte Gruppe erhielt mit jeder Dosis mehr Geld (fünf, zehn und 15 Pfund). Die Forscher stellten fest, dass die finanziellen Anreize die Impfbereitschaft stark erhöhten.

Während sich in der unvergüteten Gruppe innerhalb von 28 Tage lediglich neun Prozent vollständig impfen ließen, waren es in der zweiten Gruppe 45 Prozent und in der dritten Gruppe 49 Prozent. Innerhalb eines größeren Zeitrahmens von drei Monaten ließen sich zwar noch einige Teilnehmer der unvergüteten Gruppe impfen (25 Prozent), doch in den bezahlten Gruppen war die Impfbereitschaft immer noch am höchsten (52 Prozent und 58 Prozent). Ein weiterer positiver Effekt der bezahlten Intervention war, dass die Teilnehmer wesentlich zuverlässiger zu den abgesprochenen Terminen kamen.

Die Forscher weisen darauf hin, dass mit relativ geringen Kosten von 30 Pfund die Compliance wesentlich gesteigert wurde. Insbesondere bei der dritten Gruppe schien die steigende Belohnung einen besonderen Anreiz zu bieten, den Impfplan vollständig einzuhalten.

© hil/aerzteblatt.de

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