Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Die Forderungen der Ärzteschaft zur Europawahl

Dienstag, 15. April 2014

Berlin – Sechs Forderungen der deutschen Ärzteschaft an die Europapolitik hat die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) zusammengefasst. Ihr Leitgedanke ist „Mehr Mut zur Subsidiarität“ – also zu individuellen länderspezifischen Lösungen. „Die Stärke Europas liegt in seinen unterschiedlichen Kulturen. Europäische Politik kann und soll sich immer nur dann engagieren, wenn gemeinsame Rahmenbedingungen notwendig und sinnvoll sind“, erklärte der BÄK-Präsident Frank Ulrich Montgomery. Originäre Zuständigkeiten der Mitgliedsstaaten in der Gesundheitspolitik dürften nicht unzulässigen Harmoni­sierungs­bestrebungen zum Opfer fallen.

Sie sechs Forderungen der BÄK im Einzelnen:

1. Die Gesundheitspolitik der Europäischen Union sollte sich auf Maßnahmen wie die Mobilität von Patienten und Ärzten, die Innovations- und Forschungsförderung oder den Wissenstransfer zwischen den Mitgliedsstaaten sowie grenzüberschreitende Gesundheitsgefahren konzentrieren.

2. Die jüngsten Bemühungen, medizinische Verfahren und Gesundheitsdienstleistungen durch nicht-medizinische, privat-wirtschaftliche Normungsorganisationen zu reglementieren, sind ein Irrweg. Es darf keine EU-Norm zur Patientenbehandlung geben. „Jede medizinische Behandlung ist eine Suche nach Lösungen auf der Grundlage des Vertrauensverhältnisses zwischen Arzt und Patienten“, so die BÄK.

3. Die EU sollte ein nach freiberuflichen Prinzipien organisiertes Gesundheitswesen respektieren und die ärztliche Selbstverwaltung als Erfolgsmodell akzeptieren.

4. Für das Patienten-Arzt-Verhältnis haben die grundlegenden und international konsentierten medizin-ethischen Prinzipien zu gelten. Dazu zählt das Selbstbestimmungsrechtes des Patienten, das nur über eine Einwilligung nach Aufklärung („informed consent“) gewährleistet ist.

5. Europa muss den Schutz der Patientendaten gewährleisten. „Daher ist es unerlässlich, die europäischen Datenschutzbestimmungen den technischen Möglichkeiten anzupassen“, so die Kammer.

6. Die Europäische Union muss sich stärker bemühen, Bürokratie abzubauen. Die politischen Prozesse und Entscheidungen der EU zur Gesundheit müssen transparenter und verständlicher werden. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

07.04.17
Hannover – Niedersachsen hat sich um den neuen Sitz der Europäischen Arzneimittel-Agentur beworben. Dies teilte die Landesregierung heute mit. Sollte die Bewerbung erfolgreich sein, würde die European......
05.04.17
EU-Parlament beschließt strengere Überwachung von Medizinprodukten und Diagnostika
Straßburg – Die strengere Überwachung von Medizinprodukten und In-vitro-Diagnostika hat das Europäische Parlament heute in Straßburg beschlossen. Mehr als vier Jahre hatten das Parlament, die......
23.03.17
Berlin – Nach dem Votum der Briten, aus der Europäischen Union auszutreten, wird die „European Medicines Agencies“ (EMA) aus London weg und in ein EU-Land umziehen müssen. Die Deutsche......
07.03.17
Brüssel – Vertreter der 28 Mitgliedstaaten im EU-Ministerrat haben heute den Kompromiss zur EU-Medizin­produkte­verordnung angenommen. Darauf hat der gesundheitspolitische Sprecher der größten Fraktion......
22.02.17
Hamburg – Nach Berlin und Bonn will nun auch Hamburg zum neuen Sitz der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA werden. Die zuständigen Senatoren für Gesundheit und Wirtschaft hätten das Interesse der......
02.02.17
Brüssel/Berlin – Gesundheitsthemen gehören nicht zur offiziellen Prioritätensetzung der neuen EU-Ratspräsidentschaft Malta, die das Amt seit dem 1. Januar übernommen hat. Allerdings haben......
16.12.16
„Gezielte Angriffe auf Krankenhäuser“: Syriendrama schockt EU-Gipfel
Brüssel – Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Russland und dem Iran schwerste Vergehen im Kampf um die syrische Stadt Aleppo vorgeworfen. Sie sprach von „gezielten Angriffen auf Zivilpersonen (...), auf......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige