NewsPolitikWeniger Bürokratie in der Pflege
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Weniger Bürokratie in der Pflege

Dienstag, 15. April 2014

dpa

Berlin – Die ambulante Pflege und die Pflege im Krankenhaus sollen künftig mit weniger Bürokratie auskommen. Darin sind sich Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium, Landesminis­terien, Pflegeverbände und Krankenkassen einig. „Gute Pflege braucht vor allem eins: Zeit. Wir müssen die bürokratischen Anforderungen für die Pflegekräfte deshalb auf das Maß reduzieren, das zur Qualitätssicherung wirklich notwendig ist“, sagte Bundesge­sundheitsminister Hermann Gröhe heute bei der Veröffentlichung eines Berichtes zur Entbürokratisierung der Pflege.

Im Rahmen des Projekts „Praktische Anwendung des Strukturmodells Effizienzsteigerung der Pflegedokumentation in der ambulanten und stationären Langzeitpflege“ haben 26 stationäre Pflegeeinrichtungen und 31 ambulante Pflegedienste Modellbögen für eine einfachere Dokumentation im praktischen Alltag getestet.

Anzeige

Das Konzept für die veränderte Dokumentation hatte die ehemals zuständige Ombuds­frau für Entbürokratisierung in der Pflege, Elisabeth Beikirch, zusammen mit Pflegefach­kräften und Juristen entwickelt. Damit „kann der Dokumentationsaufwand erheblich reduziert werden, ohne fachliche Standards zu vernachlässigen, die Qualität zu gefährden oder haftungsrechtliche Risiken aufzuwerfen“, hieß es aus dem Bundesge­sundheitsministerium.

Zustimmung kam in einer ersten Reaktion aus Schleswig-Holstein: „Ich begrüße ausdrücklich, dass die Bundesregierung die Entbürokratisierung in der Pflege umsetzen will. Alle Beteiligten brauchen Verfahrenssicherheit, damit Qualitätssicherung und Zeitaufwand im richtigen Verhältnis stehen. Die Länder wollen ihren Teil dazu beitragen“, sagte die Ministerin für Soziales, Gesundheit, Familie und Gleichstellung, Kristin Alheit (SPD).

Auch Bayern begrüßte den geplanten Bürokratie-Abbau. „Der bisherige Dokumentationsaufwand ist für viele Pflegekräfte eine große Belastung“, sagte die Ge­sund­heits­mi­nis­terin des Landes Melanie Huml. Pflegekräfte hätten einen Anspruch auf gute Arbeitsbedingungen, weniger Bürokratie und eine angemessene Vergütung, sagte sie.

Nur noch Leistungen dokumentieren, die vom Pflegeplan abweichen
Die Dokumentationen nach getestetem Konzept erheblich herunterzufahren, darauf haben sich Vertreter von Pflegekassen und Pflegeanbietern nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes bereits verständigt. Künftig sollen Pflegeeinrichtungen zum Beispiel in der Grundpflege nur noch Ereignisse beziehungsweise Leistungen dokumentieren, die von der Pflegeplanung abweichen. Eine Dokumentation von Routinetätigkeiten der Grundpflege entfällt damit. Die Pflegeplanung selbst basiert auf einer sogenannten „strukturierten Informationssammlung“. Waren dafür bisher 13 Themenfelder beim Pflegebedürftigen überprüft worden, werden es demnächst nur noch fünf sein.

Allerdings sei die Pflegedokumentation auch wichtig für Qualität und Transparenz, hieß es aus dem Spitzenverband. Aber in den vergangenen Jahren sei sie immer umfangreicher geworden und koste wertvolle Zeit, die bei der eigentlichen Pflege fehle.   

Bessere Bezahlung gefordert
Der Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Genot Kiefer forderte unterdessen in der Welt vom Dienstageine bessere Bezahlung für Kranken- und Altenpfleger. „Heute verdienen Krankenpfleger im Schnitt 2400 Euro, in der Altenpflege nur 2.190 Euro", sagte Kiefer.

„Mit diesem Vergütungsniveau ist man bei einem schrumpfenden Arbeitskräftereservoir nicht wettbewerbsfähig.” Die Vergütung müsse so hoch sein, dass die Pflegeberufe mit vergleichbaren Berufen mit vergleichbarer Qualifikation konkurrenzfähig seien. © hil/dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. Oktober 2020
Berlin – Es ist erst wenige Tage her, dass Familienministerin Franziska Giffey (SPD) die gemeinsam mit Arbeits- und Ge­sund­heits­mi­nis­terium initiierte Werbekampagne „Ehrenpflegas“ vorstellte. Die
„Unsere Mitglieder empfinden die Serie ‚Ehrenpflegas‘ als Verletzung“
22. Oktober 2020
Magdeburg – Pflegeberufe stoßen bei den Auszubildenden in Sachsen-Anhalt auf immer mehr Interesse. Wie das Sozialministerium in Magdeburg gestern mitteilte, haben an den Pflegeschulen jetzt 1.755 neue
Zunehmendes Interesse für Pflegeberufe in Sachsen-Anhalt
21. Oktober 2020
Neumünster – Als „eine gut gemeinte Geste, mit einer bis heute schlechten Umsetzung“ bezeichnet die Pflegekammer Schleswig-Holstein die Pflegeprämie. Die Kammer kritisiert dabei nicht nur eine
Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein mahnt Nachbesserungen beim Pflegebonus an
19. Oktober 2020
Berlin – Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, warnt mit Blick auf die stark steigenden Coronazahlen vor einer „Isolation um jeden Preis“ in Pflegeheimen. „Der Erhalt
Pflegebevollmächtigter warnt vor „Isolation um jeden Preis“
16. Oktober 2020
Berlin – Damit Patienten, die auf eine außerklinische Intensivpflege angewiesen sind, künftig besser versorgt werden, soll der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) die entsprechenden Rahmenbedingungen
Außerklinische Intensivpflege jetzt Thema im G-BA
5. Oktober 2020
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) will noch in dieser Legislaturperiode die Pflegeversicherung reformieren. Dabei schlägt er vor, die Eigenanteile bei den Pflegekosten für die
Pflegeheime: Spahn will Eigenanteile deckeln
1. Oktober 2020
Berlin – Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) will ab dem 1. Januar 2021 Pflegepersonaluntergrenzen in vier weiteren stationären Bereichen einführen: der Inneren Medizin, der Allgemeinen Chirurgie,
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER