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Politik

Weniger Beschwerden von PKV-Versicherten

Mittwoch, 16. April 2014

Berlin – Entgegen anderslautenden Berichten scheinen die Mitglieder der Privaten Krankenversicherung mit ihrer Kasse grundsätzlich zufrieden zu sein. Das legt der Tätigkeitsbericht 2013 des Ombudsmanns Private Kranken- und Pflegeversicherung, Helmut Müller, nahe. Das geht aus einem Bericht hervor, der dem Deutschen Ärzteblatt vorliegt.

PKV-Versicherte können sich über Leistungen ihrer Kasse an zwei Stellen beschweren: Bei der Ombudsstelle, die Helmut Müller bis Ende 2013 geleitet hat, und bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Seit Einführung des PKV-Om­budsmanns Ende 2001 ist die Beschwerdequote bei der BaFin im Gegenzug gesunken: von 1,18 Eingaben pro 10.000 versicherte Personen im Jahr 2002 auf 0,48 Eingaben pro 10.000 versicherte Personen im Jahr 2012.

Die Beschwerdequote beim PKV-Ombudsmann entwickelte sich mit dessen steigender Bekanntheit von 0,011 Prozent im Jahr 2002 auf 0,017 Prozent im Jahr 2012, das bedeutet, von 1,1 Eingaben pro 10.000 versicherte Personen 2002 auf 2,1 Beschwerden pro 10.000 versicherte Personen im Jahr 2012.

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Die Beschwerdequote insgesamt (PKV-Ombudsmann plus BaFin) ist nach Angaben der PKV von 2002 bis 2012 sogar leicht gesunken: von 0,0228 Prozent im Jahr 2002 auf 0,0225 Prozent im Jahr 2012 – es beschweren sich also weniger als drei Versicherte von 10.000.

Helmut Müller weist in seinem Tätigkeitsbericht 2013 daraufhin, dass „die Kenntnisse der Versicherten, was ihren Vertrag angeht, in der Regel nur sehr oberflächlich sind.“ Das Versicherungsprodukt sei für Laien kompliziert und schlecht greifbar. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass es dem versicherten Verbraucher schwer fällt, sich mit dem meist für unangenehme Situationen bestimmten Produkt (Tod, Krankheit, Unfall) auseinander zu setzen“, so Müller.

Warnung vor "Pseudomaklern"
Umso wichtiger sei, dass die Versicherungsberater ihren Kunden die gewählten Produkte genau und vor allem verständlich erläuterten. Hier gebe es aber weiterhin Defizite vor allem bei sogenannten Versicherungsmaklern, die auf Provisionsbasis arbeiteten. „Hier fällt weiterhin auf, dass es in diesem Beruf Personen gibt, für die nicht die Beratung und Betreuung der Versicherten, sondern das eigene Provisionsinteresse im Vordergrund des Handelns steht“, so Müller.

Diese „Pseudomakler“ lehnten es in der Regel ab, mit dem Ombudsmann oder den Versicherten zu korrespondieren. „Es liegt im Interesse der Versicherten und nicht zuletzt auch im Interesse der weit überwiegenden Zahl der gut ausgebildeten und verantwortungsbewussten Vermittler, wenn eine einzige und fachkundige Behörde die Aufsicht über Vermittler, zumindest aber über Makler, übernehmen würde“, so Müller. © hil/aerzteblatt.de

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