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Politik

Zahl der Drogentoten leicht gestiegen

Donnerstag, 17. April 2014

Die meisten Drogenab­hängigen sterben an einer Überdosis Heroin /dpa

Berlin – Die Zahl der Drogentoten in Deutschland ist im vergangenen Jahr erstmals seit 2009 wieder leicht gestiegen: 2013 starben 1.002 Menschen infolge ihres Drogen­konsums und damit 58 mehr als im Vorjahr. Das teilten die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, und der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, heute in Berlin mit. Mit 1.002 Todesopfern habe sich die Zahl im
Vergleich zum Jahr 2000 jedoch halbiert, betonte Mortler.

Sorge bereitet Ziercke vor allem der steigende Konsum von synthetischen Drogen wie dem kristallinen Methamphetamin, auch Crystal Meth genannt, und Ecstasy. 2013 wurden 1.480 Menschen erstmals durch den Konsum von Ecstasy bei den Behörden auffällig, das waren knapp 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Polizei stellte außerdem rund 53 Prozent mehr Ecstasy sicher.

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Auch bei Crystal Meth stieg die Zahl der Erstkonsumenten um sieben Prozent an. Damit liegt sie mit 2.746 Menschen das zweite Jahr in Folge über der Zahl der Erstkonsu­menten von Heroin. Besonders betroffen von den Problemen mit Crystal Meth sind laut Ziercke die tschechischen Grenzregionen.

Der Großteil der Droge werde aus dem Nachbarland über die Grenze geschmuggelt und auf den sogenannten Asiamärkten in den grenznahen Städten illegal gehandelt. „Den zunehmenden Konsum von Crystal sehen wir mit Sorge, da mit der Einnahme dieser Substanz große gesundheitliche Risiken für die Konsumenten verbunden sind", sagte der BKA-Präsident.

Insgesamt sank die Zahl der erstmals bei der Polizei aufgefallenen Konsumenten harter Drogen um knapp zwei Prozent auf 19.210. Nach wie vor starben die meisten Drogenab­hängigen dem Bericht zufolge an einer Überdosis Heroin, meist in Verbindung mit anderen Substanzen oder Alkohol. Die Mehrzahl der Rauschgifttoten war mit 83 Prozent männlich. Das durchschnittliche Alter, in dem die Drogensucht ihren Opfern das Leben kostet, steigt seit 15 Jahren kontinuierlich an und liegt nun bei 38 Jahren – ein Trend, der Mortler zufolge auf eine bessere gesundheitliche Versorgung der Drogenabhängigen in Deutschland zurückzuführen ist.

Trotz des Anstiegs der Drogentoten bezeichnete sie die Drogenpolitik der Bundesre­gierung als erfolgreich.  „Mit Drogenkonsumräumen, der Substitutionsbehandlung, der diamorphingestützten Behandlung von schwerst Opiatabhängigen und vielen beratenden sowie ergänzenden medizinischen und sozialen Hilfsangeboten konnten wir viele Drogenabhängige erreichen“, sagte Mortler.

Allerdings gelinge es nicht, alle Betroffenen im gleichen Maße zu helfen. Eine Risiko­gruppe seien Mischkonsumenten. Aufgrund ihres hohen Anteils an der Gesamtzahl der Todesfälle müssten sie besser über die Risiken, die mit dem gleichzeitigen Konsum mehreren Substanzen verbunden sind, aufgeklärt werden.

Eine Legalisierung von Cannabis, wie sie unlängst im US-Bundesstaat Colorado durchgesetzt wurde, hält die Drogenbeauftragte der Bundesregierung für ein falsches Signal und lehnte sie für Deutschland ab. Eine Legalisierung für medizinische und wissenschaftliche Zwecke schloss Mortler dagegen nicht aus. © ank/aerzteblatt.de

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