Vermischtes

„Demenzpass“ soll Alltag für Betroffene erleichtern

Montag, 21. April 2014

Gießen – Nicht immer merkt man Demenzkranken ihre Krankheit direkt an. Damit die Kranken es im Alltag leichter haben, und sie im Notfall die richtige Hilfe bekommen, läuft im Kreis Gießen ein Pilotprojekt mit sogenannten Demenzpässen. Ausgehändigt bekommen diese Patienten und auch deren Betreuer, wie Holger Claes, Leiter des Diakonischen Werkes in Gießen, erklärt.

Drei Monate lang wird nun getestet, wie der Pass in der Praxis ankommt. Claes zufolge ist das Projekt in dieser Form hessenweit einmalig. Auf den Ausweisen in Scheck­kartengröße ist der Name des Betroffenen und eine Kontaktnummer notiert – damit in Notfällen ein rascher Kontakt zu den Angehörigen zustande kommen kann.

Anzeige

Dem hessischen Gesundheitsbericht zufolge leben im Bundesland mehr als 71.000 Demenzkranke. Experten schätzen die Zahl der Betroffenen sogar auf mehr als 90.000, weil die Erkrankung häufig spät oder gar nicht erkannt wird.

Das Diakonische Werk in Gießen ist federführend bei dem Pass-Projekt, Partner sind Krankenhäuser, Ärzte und Pflegedienste. Einen Ausweis gibt es nur, wenn ein Facharzt die Diagnose Demenz gestellt hat.

Aus Sicht der Deutschen Alzheimer Gesellschaft kann so ein Pass hilfreich sein und das Verständnis für die Betroffenen erhöhen. Aus Sicherheitsgründen sollten darauf aber nicht die Adresse, sondern nur Telefonnummern angegeben werden, rät ein Sprecher.

Das Gießener Projekt wird wissenschaftlich begleitet und nach der Testphase bewertet. Die Aktion wird als Teil des Modellprojektes „Demenz - Entlassung in die Lücke“ vom Land Hessen gefördert. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

16.02.17
Morbus Alzheimer: BACE-Inhibitor scheitert in Phase 3-Studie
Kenilworth – Der BACE-Inhibitor Verubecestat hat in einer Phase 3-Studie die kognitiven Leistungen von Patienten mit leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz nicht verbessern können. Nachdem eine......
10.02.17
Potsdam – Brandenburg beteiligt sich an einer bundesweiten Initiative für eine bessere Aufklärung über Demenz. In kostenlosen Kursen gibt es Tipps zum Umgang mit Betroffenen. „Man begegnet Demenz......
09.02.17
Philadelphia – Ein Glukosenmangel in neuronalen Zellen könnte für die toxische Bildung von Phosphotau mitverantwortlich sein. In Transalational Psychiatry berichten Forscher um Domenico Praticò von......
31.01.17
Kiel – Wegen der steigenden Zahl von Demenzkranken in Deutschland müssen immer mehr Menschen mit der Krankheit umgehen. Das hat die schleswig-holsteinische Gesundheits-Staatssekretärin Anette Langner......
27.01.17
Bonn – Das Universitätsklinikum Bonn bietet im Rahmen des Projekts „Familiale Pflege“ neben seinen bisherigen Pflegekursen nun auch Schulungen für die Betreuung demenzkranker Angehöriger an.......
27.01.17
Hamburg – Ebenso wie die Zahl älterer Menschen insgesamt steigt auch die Zahl derjenigen, die von einer Demenz betroffen sind. Vor dem Hintergrund präsentiert die Hamburger Gesundheitsbehörde seit......
26.01.17
London – Der ehemalige britische Premier David Cameron übernimmt den Vorsitz bei Großbritanniens größter Wohltätigkeitsorganisation für Demenzforschung. Cameron kündigte laut einem Bericht der Times......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige