Vermischtes

Palliation in Studien zu fortgeschrittenen Krebserkrankungen kaum Thema

Dienstag, 22. April 2014

Köln – Aspekte des Lebensendes, die entsprechende Terminologie und die Relevanz der Palliation bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen werden in Publikationen zu kon­trolliert randomisierten Studien (RCT) häufig nicht berücksichtigt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Gemeinsam mit externen Sachverständigen analysierte das IQWiG exemplarisch Studien zu vier soliden Tumoren (Glioblastom, Bronchialkarzinom, malignes Melanom und Pan­kre­askarzinom) und wertete Publikationen zum Einsatz krankheitsmodifizierender Thera­pien, wie zum Beispiel Chemo- oder Strahlentherapie, aus. Dabei zeigte sich, dass die spezifische Therapiesituation sterbenskranker Patienten nicht angemessen abgebildet wird.

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Dieses Defizit sei gravierend, resümierte der stellvertretende IQWiG-Leiter Stefan Lange. Ärzte bezögen sich in Patientengesprächen auch auf Ergebnisse klinischer Studien. „Sie können nur dann gemeinsam gute Entscheidungen über Therapieoptionen treffen, wenn sie vollständige und ungeschönte Informationen über den zu erwartenden Nutzen und Schaden haben“, so Lange.

Dies sei gerade bei absehbar zum Tode führenden Erkrankungen wichtig. Denn hier habe die verbleibende Lebensqualität  für die Beteiligten in der Regel eine überragende Bedeutung. „Umso unverständlicher ist, dass dieser Aspekt in den Studien offenkundig noch immer vernachlässigt wird“, sagte der stellvertretende IQWiG-Leiter. © hil/aerzteblatt.de

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