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GlaxoSmithKline und Novartis schließen Milliardengeschäft

Dienstag, 22. April 2014

London/Genf – Mit einem milliardenschweren Deal wollen sich die beiden großen Pharmakonzerne GlaxoSmithKline (GSK) und Novartis neu im Markt positionieren. Während das Schweizer Unternehmen Novartis die Krebssparte der Briten für 16 Milliarden Dollar kauft, geht sein Impfgeschäft für mindestens 5,25 Milliarden Dollar an GSK, wie beide Firmen heute mitteilten. Zudem gründen sie ein Gemeinschafts­unternehmen für frei verkäufliche Medikamente und Kosmetik.

GSK will sich nach eigenen Angaben stärker auf seine Kerngeschäftsfelder konzen­trieren und trennt sich deshalb von der Onkologie-Sparte. Der Markt für Krebs­medikamente ist heißt umkämpft, GSK hatte dort bisher nur mäßigen Erfolg. Dagegen ist der Konzern bei Impfstoffen nach eigenen Angaben die weltweite Nummer eins - und übernimmt nun die Nummer fünf.

Für die Impfsparte von Novartis zahlt GSK den Angaben zufolge zunächst 5,25 Milliarden Dollar. Später könnten weitere 1,8 Milliarden Dollar fließen.  Ausgenommen von der Vereinbarung sind Grippe-Impfstoffe.

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GSK-Chef Andrew Witty erklärte, mit dem Geschäft könne das Unternehmen sein Angebot an Impfstoffen deutlich erweitern. Als Beispiel nannte er einen Impfstoff gegen eine durch Meningokokken ausgelöste Hirnhautentzündung.

Novartis erklärte seinerseits, der Konzern erlange mit dem Deal die Kontrolle über einige hervorragende Krebsmedikamente. So könne Novartis zu einem Weltmarktführer bei der Behandlung von Hautkrebs aufsteigen.

Bei dem geplanten Gemeinschaftsunternehmen soll GSK mit 63,5 Prozent die Mehrheit halten. Mit Gesundheits- und Wellnessprodukten für die breite Masse sollen jährlich rund 6,5 Milliarden Dollar Umsatz erzielt werden. GSK hat hier etwa Marken wie Nicorette zur Rauchentwöhnung und Voltaren gegen Schmerzen im Angebot. Novartis erklärte, das neue Unternehmen solle global tätig sein, sowohl in Industrieländern als auch in Schwellenmärkten wie China und Brasilien.

Die gesamte Transaktion solle bei GSK das Wachstum ankurbeln und helfen, „langfristig unsere Ergebnisse zu verbessern", erklärte Unternehmenschef Witty. Den Angaben zufolge soll der Geschäftsumbau den jährlichen Gewinn von GSK um rund 1,3 Milliarden Pfund (1,6 Milliarden Euro) auf 26,9 Milliarden Pfund steigern. Nach fünf Jahren ergäben sich zudem Einsparungen von einer Milliarde Pfund im Jahr. Zunächst verursachten die Pläne allerdings Kosten von zwei Milliarden Euro, erklärte GSK.

Die Aktionäre von GSK sowie die Kartellbehörden müssen die Vereinbarungen noch absegnen. Das Geschäft soll im ersten Quartal 2015 abgeschlossen werden.  GSK versprach seinen Aktionären in Zusammenhang mit dem Deal Dividendenzahlungen von vier Milliarden Pfund.  

Novartis baut seine Geschäfte noch weiter um: Der US-Konzern Eli Lilly teilte heute mit, er werde von den Schweizern die Sparte für Tiermedikamente für 5,4 Milliarden Dollar kaufen. Auch dieses Geschäft soll in den ersten Monaten des kommenden Jahres abgeschlossen sein und benötigt die Zustimmung der Kartellbehörden. Die Börsen reagierten positiv auf die Ankündigungen der beiden Pharmakonzerne. Die GSK-Aktien legten am Morgen um fast fünfeinhalb Prozent zu, die Novartis-Papiere gewannen gut 2,2 Prozent. © afp/aerzteblatt.de

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