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Ausland

UNO-Berater fordert strengere Regeln im Umgang mit Ritalin

Dienstag, 22. April 2014

Zürich/Bornheim – Der Schweizer UNO-Berater Pascal Rudin hat den Umgang mit dem  Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADHS) kritisiert und strengere Regeln für den Ritalin-Konsum bei Kindern gefordert. Der Wissenschaftler geht davon aus, dass die UNO der Schweiz strengere Regeln für den Ritalinkonsum empfehlen wird.

„ADHS wird als Krankheit definiert, lässt sich aber medizinisch kaum messen. Kinder werden stigmatisiert, nur weil Ritalin kurzfristig funktioniert und effizient ist“, kritisierte Rudin in einem Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ).

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Der Soziologe wies darauf hin, dass die Verordnung von Ritalin nur aufgrund einer „echten biologisch-medizinischen Grundlage“ vertretbar sei. Diese sei aber bei höchstens fünf Prozent der jungen Ritalinpatienten gegeben. „Bei 95 Prozent der Kinder –also fast immer – ist der Einsatz entsprechender Medikamente überflüssig“, so Rudin. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #115262
JohannesStreif
am Mittwoch, 30. April 2014, 10:35

Humor ist's, wenn man trotzdem lacht ...

Besonders schön ist das Ende des Interviews mit dem UNO-Lobbyisten Rudin, als die Journalistin ihn auf den Umstand anspricht, dass die körperliche Züchtigung von Kindern in der Schweiz noch immer nicht verboten ist:

„Aus Sicht der UNO darf es keine körperliche Gewalt an Kindern geben, deshalb befürwortet die UNO ein solches Gesetz. Allerdings dürfte es nicht darüber hinwegtäuschen, dass es noch andere, vielleicht schlimmere Formen von Gewalt an Kindern gibt. Beispielsweise Liebesentzug oder eben auch die unbedachte und extensive Verabreichung von Medikamenten und Psychopharmaka.“

Kinder körperlich zu züchtigen ist schlimm, aber Methylphenidat ist noch schlimmer. Ich bin mir ja nicht sicher, ob das Ärzteblatt überhaupt gelesen hat, was Herr Rudin der NZZ sagte. Vielleicht hat man auch nur den Hinweis einer anderen Interessengruppe veröffentlicht, die mit nichtmedikamentösen ADHS-Therapien ihr Geld verdient. Und dazu hat die Techniker-Krankenkasse in 2013 bereits festgestellt, dass es der um ein Vielfaches größere Markt ist im Vergleich mit den Kosten der pharmakologischen Behandlung. Honi soit qui mal y pense ...
Avatar #91607
thomgre
am Dienstag, 22. April 2014, 21:02

Wenn Blinde von der Farbe reden...

Wer diese Störung immer noch zuallererst als eine Verhaltensstörung etikettiert, dokumentiert fehlende Sachkunde allzu deutlich. Die Lektüre des Interviews belegt das denn auch und läßt die Frage entstehen, ob selbstberufene Experten jedweder Profession (Soziologe !) nur deswegen ein Zitat im DÄ wert sind, weil sie Behandler an den Pranger stellen.
Greger (FA für KJPP)
LNS

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