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Politik

Die Hälfte der bayerischen Krankenhäuser ist defizitär

Freitag, 25. April 2014

München – Die finanzielle Lage der Krankenhäuser in Bayern hat sich weiter verschlech­tert. Das ist das Ergebnis des aktuellen „Bayerischen Krankenhaustrends“, mit dem die Bayerische Krankenhausgesellschaft (BKG) jährlich die wirtschaftliche Lage und die Stimmung in den Kliniken des Landes ermittelt. Demnach haben 2013 52 Prozent der Kliniken in Bayern ein Defizit ausgewiesen.

Laut BKG hat sich der negative Trend der letzten Jahre verstärkt und nach Aussage des BKG-Geschäftsführers Siegfried Hasenbein „ein besorgniserregendes Ausmaß“ ange­nommen. So verzeichneten 2010 rund 20 Prozent der Kliniken ein negatives Ergebnis, 2013 hat sich dieser Anteil nun mehr als verdoppelt. Gleichzeitig sank die Zahl der Krankenhäuser in Bayern, die schwarze Zahlen schrieben, von 80 Prozent 2010 auf nur noch 27 Prozent 2013.

Der BKG zufolge lässt die Umfrage auch erkennen, dass das „Finanzhilfepaket“ seine Wirkung verfehlt hat. „Es kam leider so, wie wir vorhergesagt hatten“ kommentierte Hasenbein. „Mit dem Finanzhilfepaket wurde eine noch schlimmere Entwicklung verhindert, aber es löste die Probleme nicht“, so der Geschäftsführer.

Krankenhausgeschäftsführer hoffen auf Trendwende
Nichtsdestotrotz gaben viele Krankenhausmanager an, für die kommenden Jahre auf eine Trendwende zu hoffen. Laut Umfrage schätzen die verantwortlichen Kranken­hausgeschäftsführer die aktuelle wirtschaftliche Gesamtsituation heute noch relativ negativ ein, sogar noch negativer als noch vor einem Jahr. Nur knapp jeder fünfte sieht eine positive aktuelle wirtschaftliche Gesamtsituation. Mit Blick auf die Entwicklung in den nächsten drei Jahren sieht jedoch fast die Hälfte der Krankenhausgeschäftsführer schwarze Zahlen und eine positive Entwicklung.

Für Siegfried Hasenbein kommt damit die Hoffnung auf die von der neuen Bundes­regierung angekündigte Krankenhausreform zum Ausdruck, allerdings dämpfte er die Erwartungen auf eine leichte Entspannung bereits im Jahr 2014: „Gesetzliche Maßnahmen werden so schnell nicht greifen, und außerdem gab es bei der Umfrage zu Jahresbeginn den Tarifabschluss im öffentlichen Dienst mit über drei Prozent Personal­kostenanstieg noch nicht“, verwies Hasenbein.

Die besorgniserregende wirtschaftliche Entwicklung der Kliniken müsse jetzt gestoppt werden. Eine Große Koalition in Berlin biete die Chance, um gemeinsam mit den Ländern die „offensichtlichen Fehlsteuerungen“ im Krankenhausbereich zu bereinigen, so der Geschäftsführer. © hil/aerzteblatt.de

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