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Ausland

US-Pharmariese Pfizer will Fusion mit AstraZeneca aus Großbritannien

Montag, 28. April 2014

London/Washington – Der US-Pharmakonzern Pfizer will sich mit dem britischen Konkurrenten AstraZeneca zusammenschließen. Pfizer sei daran weiterhin interessiert, obwohl die Briten im Januar Gespräche über eine Fusion abgelehnt und dies am Wochenende bekräftigt hätten, teilte das Unternehmen am Montag mit. Anfang Januar hatte Pfizer 46,61 Pfund (56,60 Euro) pro AstraZeneca-Aktie geboten, rund 30 Prozent mehr als der damalige Börsenkurs. Das britische Unternehmen war dem US-Konkurrenten somit rund 71 Milliarden Euro wert.

Den britischen Börsenvorschriften zufolge muss Pfizer sich bis zum Nachmittag des 26. Mai entscheiden, ob ein formelles Übernahmeangebot vorgelegt wird oder nicht. Das Wall Street Journal berichtete am Sonntagabend, Pfizer wolle für die erhoffte Fusion seine enormen Kapitalreserven im Ausland nutzen, die der Konzern aus steuerlichen Gründen nicht in die USA holen wolle. Zudem erhoffe sich der Konzern die Erschließung neuer Geschäftsfelder vor dem Hintergrund, dass der Patentschutz für mehrere Pfizer-Verkaufsschlager ausläuft.

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AstraZeneca äußerte sich nach etwas Bedenkzeit am Montag ebenfalls erstmals zur Sache. Die von Pfizer ins Spiel gebrachte Bewertung der Aktie von AstraZeneca sei „sehr deutlich” zu niedrig. Der hohe Anteil von Pfizer-Aktien als „Währung” für die Zahlung des Kaufpreises sei ein Problem. AstraZeneca betonte weiterhin, es glaube unverändert an eine erfolgreiche Zukunft als eigenständiges Unternehmen und die Umsetzung der Strategie, die zu den jüngsten Jahreszahlen vorgelegt wurde.

Pfizer-Chef Ian Read lobte den britischen Übernahmekandidaten, der von Analysten nicht als bestes Ziel im Markt angesehen wird. „Wir haben großen Respekt vor AstraZeneca und einem stolzen Erbe.” Die vergangene Woche vorgelegten Zahlen zeigen bei AstraZeneca die Misere auf: Die Konkurrenz billigerer Nachahmermittel hat den Gewinn im ersten Quartal einbrechen lassen. Pfizer steht steht wegen ablaufenden Patentschutzes für den Blutfettsenker Lipitor und das Potenzmittel Viagra vor schwierigen Zeiten. Pfizer hat rund 90.000 Mitarbeiter in mehr als 80 Ländern, davon rund 3.000 in Deutschland.

In der Pharma-Branche gibt es derzeit viel Bewegung. Zuletzt gaben die Pharma-Konzerne GlaxoSmithKline (GSK) und Novartis in der vergangenen Woche einen milliardenschweren Deal bekannt. Während das Schweizer Unternehmen Novartis die Krebssparte der Briten für 16 Milliarden Dollar kauft, geht sein Impfgeschäft für mindes­tens 5,25 Milliarden Dollar an GSK. Zudem gründen sie ein Gemeinschaftsunternehmen für frei verkäufliche Medikamente und Kosmetik. © dpa/afp/aerzteblatt.de

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