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Medizin

Neurochirurgen: OPs an der Wirbelsäule nicht schlechtreden

Montag, 28. April 2014

Dresden – Vor einer Verunsicherung von Patienten mit Bandscheibenproblemen warnt die Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC): Bei der operativen als auch der konservativen Behandlung von Bandscheibenvorfällen sei die Rate ernsthafter Kompli­kationen gering. Wichtig sei jedoch eine individuelle Beratung. „Die Leitlinie der DGNC zum Bandscheibenvorfall der Lendenwirbel sieht vor, dass konservative Behandlungs­ansätze immer das Mittel der ersten Wahl sind“, sagte Bernhard Meyer, Direktor der Neurochirurgischen Klinik der Technischen Universität München am Klinikum rechts der Isar.

Doch mitunter sei ein chirurgischer Eingriff unerlässlich: „Eine Operation ist beim Bandscheibenvorfall immer dann angezeigt, wenn Lähmungserscheinungen auftreten oder Blase oder Darm nicht mehr kontrolliert werden können“, so der Neurochirurg. In allen anderen Fällen müssten Arzt und Patient die Entscheidung für oder gegen eine Operation individuell abwägen. Meyer weist dafür auf zwei Studien hin, die bei der der Entscheidung maßgebend sein sollten: Bei der SCIATICA-Studie von 2007 verglichen Wissenschaftler zwei Gruppen von Patienten mit schwerem Bandenscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule: Eine Gruppe wurde konservativ behandelt, die andere frühzeitig operiert. Nach einem Jahr ging es 95 Prozent der Patienten aus beiden Gruppen vergleichbar gut. Allerdings hatten sich die Operierten schneller erholt und waren früher schmerzfrei.

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Die Arbeit bestätigte die sogenannte SPORT-Studie, die ein Jahr zuvor erschienen war: Hier zeigten sich in Bezug auf den Gesundheitszustand nach zwei Jahren kaum Unterschiede zwischen den frühzeitig operierten und den nicht operierten Patienten. Doch verlief der Genesungsprozess bei den Operierten rascher ab, auch die körperlichen Funktionen verbesserten sich schneller.

„Wie lange vor einer eventuellen Operation konservativ therapiert werden sollte, hängt immer auch vom Willen und der Lebenssituation des einzelnen Patienten ab“, betonte Meyer. Bei der Behandlung von Bandscheibenvorfällen komme es weder durch langfristige konservative Therapien vermehrt zu irreversiblen Nervenschäden, noch sei die operative Behandlung überdurchschnittlich riskant, so der DGNC-Experte.

© hil/aerzteblatt.de

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Avatar #64811
evisser
am Montag, 28. April 2014, 16:53

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Warum wird bei dem Thema Lumbalischialgie nicht oder so wenig über den Einsatz der PASHA-Elektrode gesprochen wo doch die bisherigen Erfolge für sich sprechen.
Schmerztherapie mit epiduraler gepulster Radiofrequenztherapie (PASHA-Elektrode): Eine noch relativ wenig verbreitete Schmerzbehandlung, bei der in Lokalanästhesie ein Multifunktionskatheter in den Wirbelkanal eingebracht wird, der dann unter Durchleuchtungskontrolle an das Rückenmark bzw. an die zu therapierenden Nervenwurzeln herangeführt wird, und über den dann ein lokales Magnetfeld zur Schmerzmodulation aufgebaut werden kann.
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