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Medizin

MERS: Bereits mehr als hundert Todesfälle in Saudi-Arabien

Montag, 28. April 2014

MERS-Viren /Health Protection Agency

Dschidda – Am Sonntag sind in Saudi-Arabien acht Menschen am Middle East Respiratory Syndrome (MERS) gestorben. Die Gesamtzahl der Todesfälle seit Beginn der Epidemie ist damit auf 102 gestiegen. Aus Ägypten wurde am Wochenende ebenfalls eine Erkrankung gemeldet. Die Gesundheitsbehörden lehnen weiterhin Reisewarnungen ab.

Der neue amtierende saudische Ge­sund­heits­mi­nis­ter Adel bin Mohamed Faqih hat die Transparenz erhöht. Auf der Internetseite des Ministeriums werden jetzt regelmäßig die aktuellen Krankheitszahlen bekannt gegeben. Allein am Sonntag waren es neben den acht Todesfällen noch 16 Neuerkrankungen. Seit September 2012 sind im Königreich 339 Menschen nach Infektion mit dem MERS-Coronavirus erkrankt.

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Die Öffentlichkeit erfährt jetzt, an welchen Kliniken des Landes die Patienten behandelt werden. Drei Kliniken in Riad, Dschidda und Dammam wurden am Samstag zu Spezialkliniken erklärt, wobei dem King Abdullah Medical Complex in Dschidda offenbar eine leitende Funktion zugeordnet wurde. Insgesamt sollen die drei Kliniken über 146 Intensivbetten verfügen.

Die neue Ernsthaftigkeit, mit der die Regierung die Epidemie jetzt angehen will, wurde auch durch die Ernennung eines zehnköpfigen Expertengremiums unterstrichen, das mit saudischen Medizinern besetzt wurde.

Laut Presseberichten soll die Bevölkerung zunehmend unzufrieden mit den Maßnahmen der Regierung sein. Am letzten Montag war der ehemalige Ge­sund­heits­mi­nis­ter Abdullah al-Rabiah ohne Angaben von Gründen entlassen worden.

Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) und die europäische Seuchenbehörde (ECDC) schätzen die Situation weiterhin als nicht bedrohlich ein. Eine Reisewarnung für Saudi-Arabien wurde bisher nicht ausgesprochen, obwohl es in den letzten Tagen mehrfach Krankheitsexporte in andere Länder gegeben hatte. Nach Griechenland, Malaysia und den Philippinen meldete am Samstag auch Ägypten einen Erkrankungsfall. Auch hier handelte es sich um eine Person, die zuvor aus Saudi-Arabien eingereist war. © rme/aerzteblatt.de

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