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Medizin

Test auf Ansprechen auf TNF-alpha-Therapie bei Morbus Crohn entwickelt

Montag, 28. April 2014

Wiesbaden – Ein Spray, das während einer endoskopischen Untersuchung auf die Darmschleimhaut gesprüht wird, könnte bei Patienten mit chronisch-entzündlicher Darm­er­krank­ung vor Behandlungsbeginn anzeigen, ob die Anwendung bestimmter Medikamente erfolgreich ist.

Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung von Dünn- und Dickdarm, die große Narben im Darmgewebe hinerlässt. Die bei Morbus Crohn angewandten Antikör­per gegen den Entzündungsmediator Tumornekrosefaktor alpha helfen statistisch nur jedem zweiten Patienten, ohne dass sich ein Ansprechen vorhersagen ließe.

Die Non-Responder sind den möglichen Nebenwirkungen ausgesetzt: Infektionen, Allergien und körperliche Abwehrreaktionen. Raja Atreya, seit 2010 Juniorprofessor für chronisch-entzündliche Darm­er­krank­ungen an der Universität Erlangen, hat ein Verfahren für die Prädiktion des Ansprechens entwickelt (Nature Medicine 2014; 20: 313-8.)

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Zugrunde liegt die Hypothese, dass Antikörpermedikamente nur dann wirken, wenn sie in der Darmschleimhaut ihr Angriffsziel finden. Atreya koppelte den Antikörper an einen fluoreszierenden Farbstoff. Die Substanz testete er zunächst umfassend laborme­dizinisch, anschließend an 25 Patienten mit Morbus Crohn, denen eine Therapie bevor­stand: Während einer Darmspiegelung brachte er das Spray von innen auf die erkrankte Darmschleimhaut auf.

Bei der Hälfte der Probanden färbte sich die Schleimhaut an – ein Zeichen für eine Expression von TNF-alpha in der Darmschleimhaut. Um die Antikörper sichtbar zu machen, verwendeten die Erlanger Mediziner ein konfokales Laser-Endomikroskop. Darüber können sie die Schleimhaut stark vergrößert betrachten. Bei den positiv getesteten  Patienten ließ sich das Ergebnis im Anschluss durch einen TNF-Blocker bestätigen.

„Zwar muss das Therapieprinzip an größeren Patientenkollektiven mit längeren Verlaufsphasen reevaluiert werden“, erläuterte Ulrich R. Fölsch, Generalsekretär der DGIM aus Kiel. „Trotzdem zeigt die Arbeit wie selten eine andere, dass eine intensive und langjährige Grundlagenforschung zur Translation in die Praxis gelangen kann.“

Für die Entwicklung des Verfahrens hat die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) bei ihrer 120. Jahrestagung in Wiesbaden den Raja Atreya von der Universitätsklinik Erlangen-Nürnberg jetzt mit dem Theodor-Frerichs-Preis ausgezeichnet. Der Preis ist mit 30 000 Euro dotiert . © EB/aerzteblatt.de

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