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Medizin

Leitlinie: US-Kardiologen sehen Fetus als Patienten

Montag, 28. April 2014

American Heart Association

Washington – Die meisten Herzfehler werden erst nach der Geburt diagnostiziert. Dabei ist mit guten Ultraschallgeräten häufig eine pränatale Diagnose möglich. Auch Herzrhythmusstörungen können heute vor der Geburt diagnostiziert und manchmal therapiert werden. US-Kardiologen stellen in Circulation (2014, doi:10.1161/01.cir.0000437597.44550.5d) erstmals eine Leitlinie zur fetalen Kardiologie vor.

Schwangere Frauen mit spezifischen Risikofaktoren für eine kardiale Erkrankung ihres ungeborenen Kindes sollten nach Ansicht eines Expertenteams um Mary Donofrio vom Children’s National Medical Center in Washington eine fetale Echokardiographie durch­führen lassen. Dazu gehören unter anderem Diabetikerinnen und Schwangere, die im ersten Trimenon einen Gestationsdiabetes entwickeln, ebenso Schwangere, die im dritten Trimenon nichtsteroidale Antiphlogistika eingenommen haben oder solche, die aufgrund kardialer Erkrankungen eine positive Familienanamnese für ihr ungeborenes Kind begründen.

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Auch eine bei der Pränataldiagnostik entdeckte Trisomie begründet nach Ansicht der Experten eine fetale kardiale Diagnostik, die in der Regel aus einer Echokardiographie besteht. Die Kardiologen können aber auch seit längerem (über Elektroden auf dem Abdomen der Schwangeren) ein fetales EKG ableiten. Relativ neu ist ein Magneto­kardiogramm, und zu den experimentellen Untersuchungen gehören sicherlich Katheteruntersuchungen und -interventionen des fetalen Herzens. Beim hypoplastischen Linksherz-Syndrom könnte sich allerdings die Überlebenschancen des Kindes verbessern.

Bei den anderen Herzvitien wird die Operation auf die Zeit nach der Geburt verschoben. Die Leitlinie muss sich deshalb mit dem psychischen Stress beschäftigen, der bei Schwangeren durch eine pränatale Diagnostik ausgelöst werden kann. Eine Berech­tigung für die Diagnostik kann sich aus Sicht von Donofrio jedoch aus den speziellen Vorbereitungen ergeben, die bei einem bekannten Vitium bereits im Kreißsaal und auf der neonatologischen Abteilung getroffen werden können.

Bei einer Reihe von Herzrhythmusstörungen raten die fetalen Kardiologen zu einer Therapie, bei der die Mutter die notwendigen Medikamente einnimmt, die dann transplazentar zum Feten gelangen. Empfehlungen werden hier bei anhaltenden supraventrikulären oder ventrikulären Tachykardien ausgesprochen. Ein AV-Block im fetalen Herzen, zu dem es bei einem Lupus erythematodes oder anderen Autoimmun­erkrankungen der Mutter kommen kann, kann unter Umständen durch eine immun­supprimierende Therapie überwunden werden. © rme/aerzteblatt.de

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