NewsPolitikKoalition will Palliativmedizin stärken
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Koalition will Palliativmedizin stärken

Dienstag, 29. April 2014

Königswinter – Die große Koalition will die Hospize und die Versorgung unheilbar kranker Menschen in Deutschland stärken. „Sterben darf nicht im Verborgenen, ausgelagert in Institutionen, stattfinden, sondern ist Teil des Lebens“, heißt es nach einer Mitteilung der Unionsfraktion in einem am Dienstag auf der Klausurtagung der Fraktionsspitzen von CDU/CSU und SPD in Königswinter verabschiedeten Papier. Der Beistand für sterbenskranke Menschen und die Linderung ihrer Leiden seien Aufgaben, die es zu unterstützen gelte. Deshalb müssten Hospize und die palliativmedizinische Versorgung weiter ausgebaut werden.

Nach dem Willen der Koalitionsfraktionen soll es entsprechende Weiterbildungsangebote für Pflegefachkräfte und eine Anschubfinanzierung für den Aufbau einer ambulanten Palliativversorgung geben, gerade im ländlichen Raum. Die Vernetzung von medizi­nischer Versorgung, pflegerischer Betreuung und hospizlicher Begleitung müsse zur Regel werden.

Anzeige

Die Koalitionsfraktionen greifen mit dem Papier die seit Jahren andauernde Debatte um Sterbehilfe auf. Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland strafbar, Vereinigungen, die sogenannte Beihilfe zur Selbsttötung anbieten, können hierzulande jedoch straffrei agieren. Union und SPD sprechen sich in dem Beschluss für eine „umfassende Auseinandersetzung mit den ethischen und rechtlichen Fragen“ in Parlament und Gesellschaft aus. Es müsse darüber entschieden werden, „ob wir diese Art von Sterbehilfe wollen“.    

CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt sagte am Dienstag nach einer Klausurtagung, gegen Jahresende sollten im Bundestag Gruppenanträge vorgelegt werden. Ein Gesetz könne dann im dritten Quartal 2015 verabschiedet werden. Zuvor sollen in den kommenden Wochen die Fraktionen intern über das schwierige ethische Thema diskutieren, nach der Sommerpause dann überfraktionell im Bundestag.

Die CSU-Politikerin zeigte sich besorgt über einen gesellschaftlichen Trend zur Akzeptanz von Sterbehilfe. Die Frage eines Verbots der organisierten Suizidbeihilfe sei „keine parteipolitische Angelegenheit”, so Hasselfeldt. Ziel sei eine breite gesell­schaftliche Debatte. Teile von Union und SPD hatten sich zuvor mehrfach für eine Regelung ausgesprochen, bei der nicht nur die auf Gewinn ausgerichtete Beihilfe zum Suizid, sondern jegliche organisierte Form der Beihilfe zur Selbsttötung verboten wird. © dpa/kna/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #103970
DöringDöring
am Dienstag, 29. April 2014, 21:58

Koalition will Palliativmedizin stärken

Für mich als Hausarzt, mit einer Weiterbildung in Palliativmedizin, kann ich den Artikel überhaupt nicht glauben. Grund: Meine Hausbesuche bei Palliativpatienten, meistens Krebspatienten im Endstadium, die zu Hause sterben wollten, wollen die Krankenkassen alle nicht bezahlen, weil man diese Hausbesuche für medizinisch unnötig hält.
LNS

Nachrichten zum Thema

29. Januar 2019
Berlin – Für ein Altern und Sterben in Würde ist nicht allein eine gute medizinische Versorgung notwendig, sondern auch deren enge Verzahnung mit sozialen und wohnortgebundenen Angeboten. Das haben
Demografische Veränderung: Medizinische und soziale Versorgung eng verzahnen
10. Januar 2019
Straßburg – Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof nimmt einen belgischen Fall aktiver Sterbehilfe an. Die belgische Regierung habe Fragen zu dem Fall aus Straßburg erhalten, bestätigte eine
Menschengerichtshof behandelt belgischen Sterbehilfefall
9. Januar 2019
Stuttgart – Ein neues Informationsportal zur Hospiz- und Palliativversorgung hat das Ministerium für Soziales und Integration in Baden-Württemberg gemeinsam mit dem Hospiz- und Palliativverband des
Neue Informationsplattform zur Hospiz- und Palliativversorgung in Baden-Württemberg
19. Dezember 2018
Berlin – Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Krebshilfe haben eine aktualisierte S3-Leitlinie
Neue S3-Leitlinie Palliativmedizin erschienen
13. Dezember 2018
Karlsruhe/Landshut – Eine Frau im Wachkoma, über deren Patientenverfügung jahrelang vor Gericht gestritten wurde, darf nach einer Entscheidung des XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) sterben
Wachkoma-Patientin darf sterben, Patientenverfügung laut BGH wirksam
12. Dezember 2018
Cottbus – Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat das Engagement des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) für sterbenskranke Menschen gewürdigt. Mit dem Projekt „Wünschewagen“ verhelfe er Menschen in
Bundespräsident würdigt Arbeit für Sterbenskranke
4. Dezember 2018
Stuttgart – Trauernde und Sterbende in Baden-Württemberg können nun zum Beispiel neben kirchlichen Angeboten auch auf Unterstützung des Landes setzen. Baden-Württemberg gebe für dieses und kommendes
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER