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Lärm macht krank

Dienstag, 29. April 2014

dpa

Hannover/Düsseldorf – Vor den Gesundheitsgefahren von Lärm haben verschieden Organisationen anlässlich des morgigen „Tages gegen Lärm“ gewarnt. „Viele Menschen wissen nicht, dass dauerhafter Lärm nicht nur dem Gehör schadet, sondern auch immense Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System sowie das Schlafverhalten hat“, sagte die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, Martina Wenker. Bereits das Wohnen an einer Hauptverkehrsstraße erhöhe bei dauernder Belastung der Wohnung tagsüber das Risiko, an einer Herz-Kreislaufkrankheit zu erkranken.

Lärm entsteht durch eine hohe Schallintensität, diese wird in Dezibel gemessen. Das Gehör leidet nach heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen ab einem Schallpegel von 85 Dezibel. Zum Vergleich: Am Straßenrand einer Hauptverkehrsstraße beträgt der Pegel rund 80 Dezibel, ein Gespräch oder Musik auf der sogenannten Zimmerlautstärke liegen bei 60 Dezibel. Der Maximalpegel am MP3-Player beträgt meist 120 Dezibel.

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Schallspitzen, die durch Knallereignisse entstehen, können das Gehör schädigen. Auf den gesamten Organismus wirken hingegen sogenannte extra-aurale Lärmwirkungen ein, die körperliche Stressreaktionen auslösen und schon bei niedrigen Schallpegeln auftreten können.

„Wir müssen die Bürger vor allem in den Städten besser schützen. Jede Verringerung von Lärm ist ein Gewinn für das persönliche Wohlbefinden und für die Gesundheit“, sagte Nordrhein-Westfalens Umweltminister Johannes Remmel (Bündnis 90/Die Grünen). Besonders in einem verkehrs- und bevölkerungsreichen Land wie Nordrhein-Westfalen sei Lärm nach wie vor ein großes Umweltproblem. Ungefähr 1,4 Millionen Bürger seien in dem Bundesland gesundheitsschädigenden Lärmpegeln ausgesetzt. Das Umwelt­ministerium unterstütze daher die Städte und Gemeinden bei der Erstellung von Lärmkarten und der nachfolgenden Aktionsplanung.

Bereits in der Schule intensiv über mögliche Hörschäden durch Lärm zu informieren fordert der Präventionsbeauftragte der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), Thomas Suermann. Die Präventionsmaßnahmen müssten sich an Jugendliche ab 14 Jahre richten, da sich in diesem Alter die Hörgewohnheiten verfestigten. Hintergrund ist, dass nach Schätzungen von Kinderärzten und Hals-Nasen-Ohrenärzten bereits jeder vierte Jugendliche in Niedersachsen hörgeschädigt ist.

Auf den Lärmschutz am Arbeitsplatz verweist die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau. Trotz klarer Regeln rangiere die Lärmschwerhörigkeit nach wie vor im vorderen Bereich der Rangliste der Berufskrankheiten, hieß es aus der Kasse. Personen, die einem Lärm von 85 dB oder mehr ausgesetzt seien, müssten sich einer arbeitsmedizinischen Pflichtvorsorge unterziehen. Gehörschutz sei ab einer täglichen Lärmeinwirkung von 85 dB am Arbeitsplatz Pflicht und bereits ab 80 dB vom Arbeitgeber zur Verfügung zu stellen.

Eine kostenlose Hotline schaltet die Krankenkasse DAK zum „Tag gegen Lärm“ zwischen 8.00 Uhr und 20.00 Uhr. Mediziner beraten unter der kostenlosen Rufnummer 0800 1111841 Versicherte aller Kassen, wie sich vor Lärm schützen und gesundheitliche Risiken reduzieren können.

Wer wissen möchte, wie stark eine Lärmbelästigung genau ist, kann diese zum Beispiel mit der kostenlosen LärmApp des Deutschen Berufsverbandes der HNO-Ärzte messen. Sie ist für Apple- und für Android-Smartphones erhältlich. © hil/aerzteblatt.de

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