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Medizin

Gene bestimmen Darmkrebsrisiko durch prozessiertes Fleisch

Dienstag, 29. April 2014

Los Angeles – Wie stark der Verzehr von verarbeitetem Fleisch – zum Beispiel Wurst – das Darmkrebsrisiko steigert, scheint laut US-amerikanischer Wissenschaftler auch von der genetischen Prädisposition abzuhängen. Die Arbeitsgruppe um Jane Figueiredo an der Keck School of Medicine der University of Southern California veröffentlichte ihre Erkenntnisse in PLOS Genetics (doi: 10.1371/journal.pgen.1004228).

Zusammenhänge zwischen Ernährungsgewohnheiten und dem individuellen Darmkrebs­risiko werden durch zahlreiche Studien belegt. Ein geringer Ballaststoff-, Obst- und Gemüseverzehr und ein zu hoher Konsum von rotem und prozessiertem Fleisch gelten als Risikofaktoren für das Auftreten von Kolonkarzinomen. Inwiefern die genetischen Anlagen diese Risikofaktoren beeinflussen, ist jedoch nur wenig untersucht, berichten die Wissenschaftler.

Sie analysierten zehn Studien mit 9.287 Patienten, die an einem Kolonkarzinom erkrankt waren, und 9.117 gesunden Kontrollen. Mehr als 2,7 Millionen genetische Polymorphis­men verglichen die Wissenschaftler mit den Ernährungsgewohnheiten und der Wahrscheinlichkeit, an einem Kolonkarzinom zu erkranken.

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Sie stellten fest, dass eine genetische Variante auf dem kurzen Arm des Chromosom Zehn (Region rs4143094) das Darmkrebsrisiko auf zweierlei Weisen erhöhte: Zum einen erhöhte die Variante das Risiko, vermehrt verarbeitetes Fleisch zu essen (Odds= 1,17) und zum anderen bestimmte die Variante, wie stark das Risiko durch den Fleischkonsum anstieg. Für homozygote Träger der Variante erhöhte sich das Risiko um 39 Prozent pro Quartil Fleischmenge und für heterozygote Träger um 20 Prozent.

Die Forscher vermuten, dass rund ein Drittel der amerikanischen Bevölkerung Träger dieser genetischen Variante sein könnte. Allerdings machen sie darauf aufmerksam, dass auch Menschen ohne diese genetische Variante nicht unbedenklich viel prozessiertes Fleisch essen können. Das Basisrisiko an Darmkrebs zu erkranken, sei durch den übermäßigen Verzehr von rotem und prozessiertem Fleisch bereits erhöht. © hil/aerzteblatt.de

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