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Politik

DKV: Weniger Vollversicherte, mehr Leistungen in vielen Tarifen

Dienstag, 29. April 2014

dpa

Köln –  Bei der DKV Deutsche Kran­ken­ver­siche­rung AG waren im Jahr 2013 rund 25.000 Menschen weniger krankheitskostenvollversichert als im Jahr zuvor: Die Zahl der Vollversicherten sank von 882.000 auf 857.000. Damit bleibt die DKV hinter dem Debeka Kran­ken­ver­siche­rungsverein die Nr. 2 der Branche.

DKV-Vorstandschef Clemens Muth führt den Rückgang unter anderem auf das schwierige Marktumfeld für die private Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) zurück. Vor der Bundestagswahl im vergangenen Herbst sei viel über die Zukunft der PKV diskutiert worden, was das Neugeschäft deutlich geschwächt habe.

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Keine leistungsschwachen Einsteigertarife im Portfolio mehr
Zudem biete die DKV seit einigen Jahren keine leistungsschwachen Einsteigertarife mehr an: „Wettbewerber, die diese Billigtarife mit einem Leistungsniveau unterhalb der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung weiterhin anbieten, gewinnen dadurch den einen oder anderen Kunden mehr“, sagte Muth heute vor der Presse in Köln. Das nehme er gerne in Kauf.

„Man sollte sich niemals nur aufgrund des Preises für die private Kran­ken­ver­siche­rung entscheiden“, betonte der DKV-Chef. Vorrang müsse vielmehr das Leistungsversprechen der PKV sein. Dieser Überzeugung folgend hat die DKV die Leistungen vieler ihrer Vollversicherungstarife verbessert. Die Leistungsverbesserungen betreffen zunächst einen offenen Hilfsmittelkatalog sowie ausreichende Leistungen für Psychotherapie und Suchtentwöhnung. Zudem verbessert die DKV die Tarifleistungen in einigen weiteren Bereichen, etwa bei Ergotherapie, Osteopathie und Zahnprophylaxe.

„Diese sinnvollen Leistungen sind jetzt nicht nur durchgängig in den Neugeschäftstarifen enthalten, sondern werden auch in fast allen Bestandstarifen umgesetzt“, so Muth. Die Leistungsausweitung könne nur in wenigen Tarifen nicht umgesetzt werden.

Online-Tarifcheck
Vorreiter ist die DKV beim Tarifwechsel innerhalb des betreffenden PKV-Unternehmens. Im Online-Bereich können Vollversicherte seit vergangenem Jahr ihren Tarif überprüfen, mit anderen DKV-Tarifen vergleichen und so sehen, ob ein Tarifwechsel für sie sinnvoll wäre.

Dabei kann jeder Kunde erkennen, wie viel er im neuen Tarif bezahlen müsste oder ob eine Gesundheitsprüfung beziehungsweise ein Ausschluss von Mehrleistungen nötig wäre. „Unsere Kunden nutzen den Tarifcheck gern. Nicht nur im Internet, sondern auch am Telefon, wo wir einen vergleichbaren Service bieten, oder beim persönlichen Vermittler vor Ort“, sagte Muth. Die Zahl der Tarifwechsler innerhalb der DKV stieg im vergangenen Jahr auf 59.000 (2012: 37.000).

Geschäftsergebnis um 27,2 Prozent gestiegen
Bei der Vorstellung der Zahlen für das Geschäftsjahr 2013 konnte Muth von einem höheren Ergebnis berichten: „Das Geschäftsergebnis legte um 27,2 Prozent auf 127 Millionen Euro zu.“ Die gebuchten Bruttobeiträge gingen hingegen wegen des Versichertenrückgangs in der Vollversicherung um 1,9 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro zurück.

Die Zahl der Ergänzungsversicherten blieb bei 3,5 Millionen fast stabil. Die Einnahmen aus der Ergänzungsversicherung stiegen von 985 auf 1.020 Millionen Euro. Wachstum gab es hier vor allem bei der Pflegezusatzversicherung. Mittlerweile haben mehr als 390.000 Menschen eine Pflegezusatzversicherung bei der DKV.

Weiteres Wachstum beim „Pflege-Bahr“ erwartet
„Die Absicherung gegen finanzielle Risiken im Pflegefall wird für immer mehr Menschen zu einem wichtigen Teil ihrer Vorsorge für das Alter“, erklärte Muth. Die Einführung der geförderten Pflegezusatzversicherung („Pflege-Bahr“) habe diesen Trend aufgegriffen und verstärkt. „Wir erwarten auch in den kommenden Jahren Wachstum im Bereich der Pflegezusatzversicherungen, sowohl bei geförderten als auch bei nicht geförderten Tarifen.“

Die Prämien in der Krankheitskostenvollversicherung sind für die DKV-Versicherten zum 1. April 2014 mit plus 1,1 Prozent im Durchschnitt nur moderat angehoben worden: Nimmt man die verpflichtende Pflegeversicherung und das Krankentagegeld hinzu, so zahlt der typische Vollversicherungskunde durchschnittlich 1,3 Prozent mehr für seinen Versicherungsschutz bei der DKV. © JF/aerzteblatt.de

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Avatar #104249
Senbuddy
am Freitag, 2. Mai 2014, 20:14

Da kann man Herrn Beyerdsdorfer nur zustimmen.

Denn wenn man sich mit den PKVen etwas beschäftigt, weiß man, dass es gerade die DKV war, die Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft lange Zeit so schwer wie nur irgend möglich gemacht hat.
Die Aussagen von Herrn Muth sind also eine völlige Verdrehung der Tatsachen.
Viele Grüße
S.
Avatar #683412
Oliver Beyersdorffer
am Mittwoch, 30. April 2014, 09:03

Vorreiter in Sachen Tarifwechsel? Die Not wird zur Tugend!

Es entspricht keinesfalls den Tatsachen, dass die DKV eine Vorreiterrolle in Bezug auf den Tarifwechsel einnimmt. Im Gegenteil, sie arbeitet mit verschiedenen Strategien, die im Wesentlichen ein Ziel hatten - den Tarifwechsel zu vermeiden oder wenn er nicht vermeidbar war, dann zumindest zu den Bedingungen des Versicherers zu gestalten. Wer sich hier nicht über ausreichende Kenntnis der Sach- und Rechtslage verfügt, kann schnell nachteilhafte Entscheidungen treffen. Der Online-Tarifcheck hat in seiner ersten Version häufig dazu geführt, dass einem langjährigen Kunden ein Unisextarif empfohlen wurde, der nicht nur sehr viel teurer als seine Bisexvariante war, sondern gleichzeitig bei Annahme des Umstellungsangebots auch zum Verlust auf einen Wechsel in den Standardtarif zur Folge hatte. Hier wurde glücklicherweise nachgebessert.
Auch wenn Herr Dr. Clemens Muth sein Unternehmen in der Öffentlichkeit als besonders verbraucherfreundlich darstellt, so verhält sich das im Innenverhältnis völlig anders. Tarifwechsel sieht der Krankenversicherer in erster Linie als Beitragsvernichtung und aufgrund seiner Verantwortung für das Große Ganze, ist es ihm gar nicht möglich sich für die Bedürfnisse des Einzelnen zu interessieren.

Ich befasse mich mit der Thematik Tarifwechsel in der PKV bereits seit 2001 und kenne allein von der DKV sieben verschiedene Strategien um Tarifwechsel zu erschweren. Angefangen von der Weigerung bis hin zur Angebotsüberflutung betroffener Kunden bei Beitragsanpassung, mit Umstellungsvorschlägen in andere alte Tarife, höhere Selbstbehalte oder Tarifbausteine mit deutlich reduziertem Leistungsversprechen.

Der Beratungsbedarf ist hoch, denn als Kunde ist man darauf angewiesen, dass die Informationen von seinem Krankenversicherer vollständig sind und der Wahrheit entsprechen. Gerade beim Tarifwechsel verschwimmen die Grenzen hier sehr schnell.

Mit der Entwicklung des Tarifwechsels und seiner Steigerung und rund 60 Prozent zum Vorjahr kann die DKV sicherlich nicht zufrieden sein, auch wenn ihr Chef das nun vielleicht nach außen so darstellt handelt es sich doch nur um Imagekosmetik, denn die Tatsache bleibt – Tarifwechsel bedingt Beitragsverlust.
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