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Medizin

Hämatologie: Verlust des Y-Chromosoms verkürzt das Leben

Dienstag, 29. April 2014

Uppsala – Bei Männern kommt es im Alter zunehmend zum Verlust des Y-Chromosoms in den Leukozyten des peripheren Blutes. Nach einer Studie in Nature Genetics (2014; doi: 10.1038/ng.2966) könnte dies ein Zeichen einer verminderten Lebenserwartung durch Krebserkrankungen sein.

Die Uppsala Longitudinal Study of Adult Men begleitet seit 1970 eine Gruppe von Männern der Jahrgänge 1920 bis 1924. Lars Forsberg von der Universität Uppsala hat in Blutproben nach genetischen Veränderungen gesucht, die die höhere Rate von Krebs­erkrankungen erklären könnten. Eine der häufigsten Auffälligkeiten war ein Verlust des Y-Chromosoms, der bei 8,2 Prozent der Männer gefunden wurde.

Die Auswertung der Überlebensdaten zeigte, dass diese Männer im Durchschnitt 5,5 Jahre früher starben als Männer ohne Verlust des Y-Chromosoms in den Blutzellen. Viele waren an Krebs gestorben. Nach den Berechnungen von Forsberg erhöhte der Verlust des Y-Chromosoms die Gesamtsterblichkeit um 91 Prozent (Hazards Ratio 1,91; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,17-3,13).

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Die Sterblichkeit an nicht-hämatologischen Krebserkrankungen war bei einer Hazard Ratio von 3,62 (1,56-8,41) sogar mehr als verdreifacht. Die Assoziation konnte in einer zweiten Kohorte bestätigt werden, was ihre Bedeutung unterstreicht. Forsberg hält es für möglich, dass der Verlust des Y-Chromosoms bei Männern genutzt werden könnte, um eine erhöhte Anfälligkeit für Krebserkrankungen zu erkennen. Die Studie ist auch für die Grundlagenforschung interessant, da das Y-Chromosom noch nicht bekannte Tumorsuppressoren enthalten könnte. Ungeklärt ist auch die Frage, warum Männer häufiger als Frauen an Krebs erkranken. © rme/aerzteblatt.de

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