Politik

Krankenhäuser weisen Vorwürfe mangelnder Datensicherheit zurück

Mittwoch, 30. April 2014

Frankfurt – Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat Vorwürfe zurückgewiesen, nach denen Patientendaten in deutschen Kliniken nicht ausreichend geschützt seien. Entsprechende Vorwürfe hatte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Price Waterhouse Coopers (PwC) nach einer Befragung von rund 1.717 Akutkliniken in der Europäischen Union sowie Norwegen und Island erhoben, darunter 201 Krankenhäuser in Deutsch­land.

Eine Verschlüsselung der gespeicherten Patientendaten ist danach in 40 Prozent der deutschen Krankenhäuser üblich. Nur in jeder vierten deutschen Klinik werden Daten demnach zusätzlich durch eine digitale Signatur geschützt. Gegen einen Systemausfall und einen drohenden Datenverlust sind laut PwC viele Häuser nicht gewappnet. In Deutsch­land haben rund 80 Prozent der Kliniken eine Notfallstrategie; europaweit sind dies drei von vier Krankenhäusern.

Anzeige

Doch lediglich 14 Prozent der europäischen und 20 Prozent der deutschen Kranken­häuser hätten ein ausreichendes Datensicherungssystem zur sofortigen Wieder­herstellung aller Informationen. In jeder dritten deutschen Klinik könnten Daten bei einem Systemausfall erst nach 24 Stunden wiederhergestellt werden, hieß es von PwC.

„Die Studie ignoriert leider die aktuell geltenden Sicherheitsanforderungen für die Daten­haltung in Krankenhausinformationssystemen“, erläuterte die Deutsche Krankenhaus­gesellschaft gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. Maßstab hierfür sei die von der Konferenz der Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder im März 2014 verabschiedete „Orientierungshilfe Krankenhausinformationssysteme“.

„Darin wird aber mitnichten die von PWC eingeforderte flächendeckende und ausnahmslose Verschlüsselung von Patientendaten in Krankenhaus­informationssystemen gefordert“, so die DKG.

© hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

24.02.17
Berlin – Die Videosprechstunde kann ab April als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) abgerechnet werden. Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband haben sich im......
22.02.17
Schmerztherapie: TK fordert, Wirksamkeit digitaler Angebote zu prüfen
Berlin – Eingebettet in ein medizinisches Versorgungskonzept können digitale Angebote die ärztliche Therapie bei Schmerzpatienten aber auch anderen chronischen Krankheiten unterstützen. Ob......
22.02.17
Berlin – Im Streit um die Frage, ob die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) selbst Praxisverwaltungssoftware oder Module herstellen darf, hat der Hersteller mediatixx sich an drei Ministerien......
21.02.17
Lübeck – Die Universität zu Lübeck und das US-amerikanische Internettechnologieunternehmen Cisco haben den gemeinsamen Aufbau des „Centers for Open Innovation in Connected Health“ vereinbart. Vor dem......
20.02.17
Würzburg – Die Unikliniken in Würzburg und Regensburg kooperieren künftig in der Erforschung, Diagnose und Therapie seltener Erkrankungen. Geplant seien insbesondere gemeinsame Videokonferenzen, in......
15.02.17
Dresden – Die Nachsorge von Schlaganfallpatienten in Ostsachsen mit Hilfe von Telemedizin wird ausgeweitet. Wie das sächsische Gesundheitsministerium heute mitteilte, wird das Projekt „Integration der......
15.02.17
Hamburg – Krebspatienten sollen in allen sieben Hamburger Asklepios-Kliniken künftig von einem virtuellen Tumorzentrum betreut werden. Zu dem Zentrum gehören mehr als 200 Chef- und Oberärzte der......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige