NewsPolitikMarburger Partikeltherapie: Betriebskonzept sieht Start in 2015 vor
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Marburger Partikeltherapie: Betriebskonzept sieht Start in 2015 vor

Mittwoch, 30. April 2014

dpa

Frankfurt M./Marburg – Im Streit um die stillstehende Marburger Partikeltherapie-Anlage zur Krebsbehandlung kommt Bewegung. „Die Inbetriebnahme steht vor der Reali­sierung“, sagte der Vorstandschef der Rhön-Klinikum AG, Martin Siebert, am Mittwoch in Frankfurt – kurz vor Ablauf einer vom Land gesetzten Frist für eine Einigung. Erste Patienten könnten demnach 2015 behandelt werden.

Der Krankenhauskonzern Rhön will die rund 100 Millionen Euro teure Anlage zusammen mit dem Heidelberger Uniklinikum betreiben. Dafür werde es eine gemeinsame Betriebsgesellschaft geben, sagte Siebert. Die vereinbarten Eckpunkte unter anderem zum Betrieb sowie zum Kauf der Anlage von Hersteller Siemens sollen in den nächsten Wochen in Vertragsform gegossen werden.

Anzeige

Hessen verzichtet auf Klage
„Auf dieses Signal haben viele, teils schwerstkranke Patienten gewartet, in der berechtigten Hoffnung auf eine Behandlungsmethode auf höchstem Niveau“, erklärten Ministerpräsident Volker Bouffier und Wissenschaftsminister Boris Rhein (beide CDU). Nach dem Bekenntnis von Rhön zur Partikeltherapie werde die Landesregierung auf ihre angedrohte Klage verzichten. Vor einer endgültigen Entscheidung müssten allerdings die neuen Verträge geprüft werden.

Hauptanteilseigener der Betriebsgesellschaft, der „Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum GmbH“, wird Rhön zufolge das Heidelberger Universitätsklinikum sein. Dort gibt es bereits eine Partikeltherapie. Der Gesellschaftsvertrag stehe, müsse aber noch formal beurkundet werden, sagte Siebert.

Mit Siemens habe man sich ebenfalls auf Eckpunkte zum Kauf der Anlage geeinigt. Details zu Konditionen nannte der Rhön-Chef aber nicht. Siemens hatte 2011 den Ausstieg aus dem Projekt beschlossen und die Anlage Rhön wieder abgekauft.

Die Fraktionsvorsitzende der Linken im Landtag, Janine Wissler, sprach von einem „planlosen Hickhack“. Dass nun mit Heidelberg eine nicht-hessische Universität in die Bresche springen müsse, zeige, dass die Landesregierung sich „vollkommen zum Narren“ habe machen lassen. „Die Verträge mit der Rhön AG sind nicht eingehalten worden. Doch wieder einmal will die Landesregierung nicht hinschauen, wenn Steuergelder in Millionenhöhe am Ende zum Fenster hinaus geworfen werden“, erklärte sie.

Die Grünen - neu in der Regierung mit der CDU - erwarten von Rhön, dass die Vereinbarungen schnell in Verträge umgesetzt werden. „Es müssen rasch weitere Schritte vereinbart werden, wie die Partikeltherapie-Anlage zeitnah in Betrieb genommen werden kann“, erklärte der wissenschaftspolitische Sprecher der Fraktion, Daniel May, laut Mitteilung. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER