NewsVermischtesAstraZeneca gibt Pfizer erneut einen Korb
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

AstraZeneca gibt Pfizer erneut einen Korb

Freitag, 2. Mai 2014

London/New York – Der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca lässt den Konkurrenten Pfizer trotz seiner höheren Milliarden-Offerte erneut abblitzen. Der Verwal­tungsrat sei sich einig, dass der neue Übernahmeversuch nicht ausreichend sei und das Angebot das Potenzial von AstraZeneca unterbewerte, teilte der Konzern am Freitag in London mit. AstraZeneca werde seinen Wert für die Aktionäre durch seine Investitionen in die Entwicklung neuer Medikamente und die Produktion in Großbritannien, Schweden und den USA weiter erhöhen, erklärte Verwaltungsratschef Leif Johansson. Den Aktio­nären wurde empfohlen, still zu halten.

Pfizer hatte zuvor den Druck auf das Management von AstraZeneca durch ein nochmals aufgestocktes Angebot erhöht. Der Hersteller der Potenzpille Viagra bot 50 Pfund je AstraZeneca-Aktie oder insgesamt 63 Milliarden Pfund (rund 106 Mrd US-Dollar/77 Mrd Euro). Das sind etwa 7 Milliarden Dollar mehr als bei der letzten Offerte. An der Börse wird bereits über eine weitere Erhöhung auf 55 Pfund spekuliert.

Anzeige

Derzeit rollt eine Übernahmewelle durch die Pharmabranche. Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer steht nach Informationen der Finanznachrichtenagentur Bloomberg kurz vor einem Milliardenzukauf. Der Leverkusener Konzern führe exklusive Verhandlungen über einen Kauf der Sparte für rezeptfreie Medikamente des US-Konzerns Merck & Co, hieß es unter Berufung auf mit der Sache vertraute Kreise. Bayer bereite sich auf einen Kaufpreis von 14 Milliarden US-Dollar (rund 10 Milliarden Euro) vor. Sprecher beider Unternehmen wollten dazu keinen Kommentar abgeben.

Bei AstraZeneca versucht Konkurrent Pfizer, auch die Politik mit ins Boot zu holen. Die Amerikaner hatten sich zuletzt mit einem Brief direkt an den britischen Premierminister David Cameron gewandt. Sie versprachen darin, ein geplantes Forschungs- und Entwicklungszentrum in Cambridge fertig zu bauen sowie ein Fünftel der Arbeitsplätze in diesem Bereich im Vereinigten Königreich anzusiedeln.

Die Logik einer Verbindung von Pfizer und Astra sei „zwingend“, schrieb Pfizer-Chef Ian Read an Cameron. Der britische Konzern ist auf Medikamente etwa gegen Asthma, Herzinfarkt, Diabetes, Brust- und Lungenkrebs und Depressionen spezialisiert. Käme die Übernahme doch noch zustande, wäre es die größte Transaktion in der Pharmabranche seit Jahren. Den größten Teil des Kaufpreises will Pfizer mit Aktien bezahlen. Pfizer kam nach Angaben auf seiner Webseite 2013 auf rund 90.000 Beschäftigte weltweit, AstraZeneca zählt über 50.000 Mitarbeiter.

Das mit Abstand bekannteste Pfizer-Produkt ist die Potenzpille Viagra. Der Konzern setzt Schwerpunkte in den Bereichen Krebs, Alzheimer, Diabetes und Schmerzbekämpfung. Bereits im Januar hatte Pfizer-Chef Read den Briten angeboten, ihre Aktie mit 46,61 Pfund zu bewerten. Die AstraZeneca-Spitze hatte sich nach kurzen Gesprächen zurückgezogen. Auch beim zweiten Werben vor wenigen Tagen bissen die Amerikaner auf Granit. Nun scheiterte auch der dritte Anlauf. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

9. Oktober 2019
New York – Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson (J&J) ist zu einer Schadenersatzzahlung in Milliardenhöhe verurteilt worden. Ein Geschworenengericht im US-Bundesstaat Pennsylvania entschied
Johnson & Johnson zu Milliardenstrafe verurteilt
8. Oktober 2019
Darmstadt – Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck hat die 5,8 Milliarden Euro teure Übernahme des US-Halbleiterzulieferers Versum abgeschlossen. Nach der jüngsten Genehmigung durch die
Merck schließt Übernahme von Versum ab
4. Oktober 2019
New York – Ein Bündnis von US-Bundesstaaten geht rechtlich gegen millionenschwere Boni-Pläne des umstrittenen Schmerzmittel-Herstellers Purdue Pharma vor. Es gehe um Sondervergütungen in Höhe von 38
US-Bundesstaaten klagen gegen Millionen-Boni von Purdue Pharma
18. September 2019
Tempe/ Washington – Der deutsche Pharma- und Chemiekonzern Merck hat bei seiner angestrebten Übernahme des US-Halbleiterzulieferers Versum eine wichtige Hürde genommen. Der für Auslandsinvestitionen
US-Behörde genehmigt Versum-Übernahme durch Merck
16. September 2019
Darmstadt – Der Chemie- und Pharmakonzern Merck rüstet sich für einen ungeordneten EU-Austritt Großbritanniens. „Wir haben unsere lokalen Arzneilager für den Fall eines ungeordneten Brexits
Sorge vor ungeordnetem Brexit: Merck stockt Arzneimittellager auf
12. September 2019
Darmstadt – Der Darmstädter Merck-Konzern erwartet für sein schwieriges Geschäft mit Spezialmaterialien eine baldige Rückkehr in die Wachstumszone. Von 2020 an soll der Umsatz jährlich aus eigener
Merck erwartet Wachstum für Problemgeschäft ab 2020
28. August 2019
New York – In der Opiatekrise in den USA ist der Pharmakonzern Purdue einem Medienbericht zufolge zu einer Milliardenzahlung bereit, um einen Großprozess zu vermeiden. Der Sender NBC News berichtete
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER