Politik

Gröhe will Pflegereform in dieser Legislaturperiode beenden

Freitag, 2. Mai 2014

Berlin – Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will die Pflegereform noch vor der nächsten Bundestagswahl unter Dach und Fach bringen. Es sei das Ziel des Ministers, den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs in dieser Legislaturperiode einzuführen, sagte Gröhes Sprecherin Katja Angeli am Freitag. Dafür brauche es einen entsprechenden parlamentarischen Vorlauf. Mit der Reform sollen künftig auch Demenzkranke als pflegebedürftig eingestuft werden können.

Zuvor hatte die Frankfurter Allgemeine Zeitung vom Freitag berichtet, Gröhe wolle das Tempo bei der Pflegereform erhöhen. Er wolle nach den Anfang 2015 in Kraft tretenden Leistungsverbesserungen die zweite Stufe der Reform mit dem neuen Pflegebe­dürftigkeitsbegriff schon ab 2016 in Gang setzen. Der Reformschritt komme damit ein Jahr früher als bisher erwartet. Diese Darstellung bestätigte Angeli nicht.

Anzeige

In dem zweiten Reformschritt soll die Zahl der Pflegestufen von bislang drei auf fünf erhöht werden. Dies soll die Möglichkeit eröffnen, psychische Beeinträchtigungen wie Demenzerkrankungen miteinzubeziehen. Gröhe hatte bereits vor einiger Zeit angekündigt, dass das Gesetzgebungsverfahren dazu 2016 abgeschlossen werden soll. Einen genauen Zeitpunkt, ab wann der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff dann greift, nannte Gröhe bislang nicht. Es war aber vom Jahr 2017 die Rede.

Bereits zum Jahresanfang 2015 sollen die Leistungen für die 2,5 Millionen Pflegebe­dürftigen ausgebaut werden. Die Pflegesätze werden erhöht, Kurzzeit-, Tages- oder Nachtpflege sollen erleichtert werden. Pflegende Angehörige sollen stärker als bisher durch ambulante Dienste entlastet werden. Erhöht wird auch der Zuschuss für Umbauten in der Wohnung, die durch Pflegebedürftigkeit erforderlich werden. Der Beitrag zur Pflegeversicherung von derzeit 2,05 Prozent (Kinderlose 2,3 Prozent) steigt um 0,3 Punkte.

© afp/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

09.02.17
Potsdam/Düsseldorf – Wenn Menschen pflegebedürftig werden, packen meistens Angehörige an. Später kommen oft auch professionelle Helfer hinzu. Die Herausforderungen in einer älter werdenden......
08.02.17
Berlin – Strukturfehler in der Pflegeversicherung sind nach Ansicht des Deutschen Evangelischen Verbands für Altenarbeit und Pflege (DEVAP) der Hauptgrund für die gravierenden Probleme, mit denen......
01.02.17
Schwerin – Für die Planung von Pflegeangeboten erhalten die Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern 650.000 Euro vom Land. Das kündigte Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) heute in Schwerin an. Die......
16.01.17
2,86 Millionen Menschen sind pflegebedürftig
Wiesbaden – Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland steigt weiter: Im Dezember 2015 waren 2,86 Millionen Menschen auf Pflege angewiesen. Das sind rund 234.000 beziehungsweise knapp neun Prozent......
13.01.17
Berlin – Immer mehr Pflegebedürftige werden in Deutschland zum Sozialfall. Bundesweit gab es seit 2005 einen Anstieg der Zahl der Empfänger von Hilfe zur Pflege um 111.090 auf 450.674 Fälle. Das......
02.01.17
Berlin – Nach der erfolgten Anhebung der Beiträge zur Pflegeversicherung zum Januar 2017 sollen diese laut Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe vorerst nicht weiter steigen. Er gehe „auf heutiger......
30.12.16
Berlin – Die Zahl der Menschen, die eine Pflegezusatzversicherung abschließen, ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. 2015 ist die Zahl der privaten Zusatzversicherungen von 2,48 auf......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige