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Ausland

MERS-CoV: Erster Fall in den USA

Sonntag, 4. Mai 2014

New York/Riad – Das gefährliche Coronavirus MERS ist erstmals in den USA nach­gewiesen worden. Es handele sich dabei um einen Patienten im US-Bundesstaat Indiana, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC mit. Er sei vor rund einer Woche von Saudi-Arabien aus über Großbritannien in die USA eingereist und habe sich kurz darauf mit Symptomen wie Fieber, Kurzatmigkeit und Husten in ein Krankenhaus begeben.

Der Patient sei isoliert worden und sein Zustand stabil. Das Risiko einer Ansteckung für die Bevölkerung ist sehr gering, wie die Behörde betonte. „Wir haben erwartet, dass MERS die USA erreichen würde, wir sind darauf vorbereitet und handeln schnell“, sagte CDC-Direktor Tom Frieden am Freitag.

Nach Angaben des Nachrichtensenders CNN soll der Patient in Saudi-Arabien im Gesundheitswesen gearbeitet haben. Nach seiner Flugreise sei er in den USA mit einem Bus von Chicago nach Indiana gefahren. Die Flug- und Buspassagiere, die Kontakt mit dem Erkrankten hatten, sollen vorsichtshalber untersucht werden.

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Das Virus kann zu Nierenversagen und schwerer Lungenentzündung führen. Etwa jeder dritte Patient stirbt. MERS tritt vor allem auf der arabischen Halbinsel auf. Kürzlich meldete Ägypten den ersten Erkrankungsfall. Vereinzelt ist der Erreger auch nach Europa eingeschleppt worden. In München war 2013 ein 73 Jahre alter MERS-Patient aus den Vereinigten Arabischen Emiraten gestorben.

Experten bezeichnen den Erreger als Mers-CoV (Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus). Er kommt auch bei Fledermäusen und Kamelen vor. Doch ist die genaue Herkunft und Übertragung von Mers-CoV unklar. Eine Schutzimpfung gibt es nicht.

Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) registrierte weltweit seit September 2012 insgesamt 93 Todesfälle, die meisten davon in Saudi-Arabien – allerdings sind die Statistiken nicht auf dem neuesten Stand. Die Gesundheitsbehörde in Riad meldete am Samstag bereits 111 Todesfälle allein in Saudi-Arabien, neun mehr als noch am vergangenen Montag. Insgesamt hätten sich demnach 396 Menschen seit dem Auftauchen des Erregers in dem Königreich infiziert. Experten gehen zudem von einer Dunkelziffer aus. © dpa/aerzteblatt.de

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