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Politik

Babyklappe: Berlin will Angebot aufrechterhalten

Sonntag, 4. Mai 2014

Berlin – An Berliner Babyklappen sind in den vergangenen Jahren fast 50 Kinder abge­legt worden. Das Hilfsangebot für verzweifelte Mütter, die ihr Kind oft ohne professionelle Hilfe geboren haben und nicht behalten wollen, soll in der Hauptstadt auch langfristig bestehen bleiben, sagte Regina Kneiding, Sprecherin der Senatsgesundheitsverwaltung.

Seit dem 1. Mai ist es rechtlich zusätzlich möglich, Babys in Krankenhäusern anonym zur Welt zu bringen. Am Montag will Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) eine weitere Babyklappe im Stadtteil Hellersdorf eröffnen. Es ist die erste im Ostteil der Stadt, die fünfte in ganz Berlin.

Die erste Babyklappe wurde 2000 in Hamburg eingerichtet. Frauen, die ihre Kinder ohne Hebamme und Ärzte entbinden, sollten so ein Angebot in Anspruch nehmen können, das ihrem Kind einen sicheren Ort und eine optimale gesundheitliche Versorgung bietet.

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Hinter den Klappen liegt ein Wärmebettchen, in das Frauen ihr Baby anonym und straffrei legen können. Sensoren lösen zeitversetzt Alarm aus, damit sich Ärzte um das Baby kümmern. Für die Mutter bleibt genug Zeit, um das Gelände unerkannt zu verlassen. Das Hilfsangebot finanzieren die jeweiligen Kliniken.

2001 gab es in Berlin die erste Babyklappe an einem Krankenhaus. Bis 2012 wurden in allen vier Berliner Hilfseinrichtungen insgesamt 47 Babys abgelegt. Die Zahlen sind dabei relativ konstant: Zwischen 2007 und 2012 waren es 21 Neugeborene. „Da ist sicher Leben gerettet worden“, sagt Sprecherin Kneiding. Für 2013 gibt es noch keine Gesamtzahlen. Die Babys werden von der Klinik sofort dem Jugendamt gemeldet und von dort in der Regel schnell an Adoptiveltern vermittelt.

Alle vier Berliner Babyklappen liegen bisher im Westteil der Stadt. Ab Montag gibt es auch am Vivantes-Klinikum Hellersdorf ein Angebot, damit die Wege für Mütter in Panik im Osten Berlins kürzer werden.

Babyklappen an Krankenhäusern sind allerdings in einem Punkt umstritten: Kinder haben später keine Möglichkeit, ihre Identität zu erfahren. Um dieses Problem zu umgehen, gibt es seit dem 1. Mai für Schwangere die sogenannte vertrauliche Geburt: Die Frauen können ihr Kind in einem Krankenhaus oder bei einer Hebamme zur Welt zu bringen und trotzdem vorerst anonym zu bleiben.

Die Daten der Mutter werden zwar gespeichert, bleiben jedoch mindestens bis zum 16. Geburtstag des Kindes unter Verschluss. Trotzdem will Berlin an seinen Babyklappen festhalten. Für die Senatsverwaltung ist es weiterhin das Hilfsangebot, das mit der geringsten Schwellenangst verbunden ist.

Manche Kliniken versuchen trotzdem, der Mutter eine goldene Brücke zu bauen. Im Krankenhaus Waldfriede in Zehlendorf finden sie in der Klappe einen Brief. Darin steht, dass sie sich auch noch melden können, wenn sie ihr Leben wieder geordnet haben. „Das hat es auch schon gegeben“, sagt Sprecherin Kneiding. © dpa/aerzteblatt.de

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