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Medizin

Polio-Notstand: WHO fordert Impfung von Erwachsenen

Montag, 5. Mai 2014

Polio-Impfung in Indien /dpa

Genf – Waren im gesamten letzten Jahr in drei Ländern nur 24 Polio-Erkrankungen aufgetreten, sind in diesem Jahr bis Ende April bereits 68 Erkrankungen aus acht Ländern gemeldet worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürchtet in einer Stellungnahme, dass die Situation außer Kontrolle geraten könnte.

Ende April hatten sich Vertreter aus neun Ländern in Genf getroffen, die von einer Ausbreitung akut betroffen sind. Dies waren einmal Pakistan (54 Erkrankungen bisher in 2014), Nigeria (2) und Afghanistan (3). In diesen Ländern ist das Poliovirus endemisch. Hinzu kamen Äquatorial-Guinea (3), Kamerun (3), Äthiopien (1), Somalia und Syrien, in denen Erkrankungen in diesem Jahr aufgetreten oder vermutet werden sowie Israel, wo die Viren in Abwässern gefunden wurden, aber bisher keine Erkrankung aufgetreten ist, da die Bevölkerung zuverlässig geimpft wurde. Es fehlte ein Vertreter aus dem Irak, aus dem in diesem Jahr ebenfalls eine Erkrankung gemeldet wurde.

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Die WHO geht davon aus, dass das Virus, das in der Regel nur bei Kindern in den ersten fünf Lebensjahren Erkrankungen verursacht, von Erwachsenen in andere Länder getragen wird. Ein Export finde derzeit aus Pakistan, Kamerun und Syrien statt, heißt es in der Stellungnahme. Die WHO fordert, dass alle Einwohner oder Besucher, die sich länger als 4 Wochen im Land aufgehalten haben, vor einer Reise in andere Länder eine Schluckimpfung erhalten.

Auch in den anderen Ländern, die derzeit keine Viren exportieren, sollten Erwachsene sich impfen lassen, bevor sie eine Auslandsreise antreten. Die WHO ist besorgt, dass ohne diese Maßnahmen die Situation in den nächsten Monaten außer Kontrolle geraten und die Eradikationsbemühungen kurz vor ihrem Erfolg scheitern könnten. © rme/aerzteblatt.de

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