NewsMedizinRauchen in der Schwangerschaft fördert Herzfehler
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Rauchen in der Schwangerschaft fördert Herzfehler

Montag, 5. Mai 2014

dpa

Seattle – Frauen, die während der Schwangerschaft rauchen, bringen häufiger Kinder mit Herzfehlern zur Welt. Dies geht aus einer bevölkerungsbasierten Fall-Kontroll-Studie hervor, die auf der Jahrestagung der Pediatric Academic Societies in Vancouver vorgestellt wurde.

Der Kardiologe Patrick Sullivan vom Seattle Children's Hospital hat in seiner Studie die Daten von 14.128 Kindern berücksichtigt, die in den Jahren 1989 bis 2011 im US-Staat Washington mit einem Herzfehler geboren wurden. Der Vergleich mit zufällig ausge­wählten 62.274 Kindern ohne Herzfehler ergab, dass die Mütter der Kinder mit Herzfehlern häufiger während der Schwangerschaft geraucht hatten.

Anzeige

Sullivan ermittelt eine Odds Ratio (OR) von 1,19 für alle Kinder von Raucherinnen, das mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 1,13 bis 1,25 signifikant war und ein um 19 Prozent erhöhtes Risiko anzeigt. Das Risiko war bereits bei 1 bis 10 Zigaretten erkenn­bar (OR 1,15; 1,08-1,22) und stieg bei mehr als 20 Zigaretten am Tag auf 1,56 (1,08-2,00) an. Besonders empfindlich reagierten die Kinder von älteren Schwangeren (Alter 35 plus): Hier stieg die Odds Ratio von 1,44 (1,15-1,79) bei 1 bis 10 Zigaretten auf 2,14 (0,89-4,85) an.

Die Dosis-Wirkungsbeziehung spricht für eine kausale Assoziation, die biologisch plausibel ist, zumal Rauchen in der Schwangerschaft in anderen Studien bereits mit Lippen-Gaumen-Spalten und anderen Fehlbildungen in Verbindung gebracht wurde.

Da noch immer jede zehnte Frau während der Schwangerschaft raucht, könnten die Schadstoffe, die über die Plazenta den Embryo erreichen, rein rechnerisch für 1 bis 2 Prozent aller Herzfehler verantwortlich sein. Da Fehlbildungen während der Embryonal­phase in den ersten drei Monaten entstehen, dürfte vor allem das Rauchen in der Frühschwangerschaft schädlich sein. Sie fällt in eine Zeit, in der viele Frauen ihre Schwangerschaft noch nicht bemerken. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

24. Januar 2020
Washington – US-Präsident Donald Trump will mit strengeren Visa-Regeln für schwangere Frauen einen „Geburtstourismus“ bekämpfen. „Die Integrität der US-Staatsbürgerschaft muss geschützt werden“,
Trump begrenzt Visa-Vergabe an Schwangere im Kampf gegen „Geburtstourismus“
23. Januar 2020
Hürth/Berlin – Der Berufsverband niedergelassener Pränatalmediziner (BVNP) hat den Beschluss des Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) zur Änderung der Mutterschaftsrichtlinien kritisiert. Die praktische
Pränataldiagnostiker sehen gravierende Mängel im G-BA-Beschluss zum pränatalen Bluttest
23. Januar 2020
Amherst/Massachusetts – Schwangerschaften und eine längere Stillzeit können bei Frauen eine frühzeitige Menopause verhindern, die mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko im Alter verbunden ist. Zu diesem
Schwangerschaften und Stillen schützen vor zu früher Menopause
23. Januar 2020
Genf – Die Weltgesundheitsorgansiation (WHO) hat ihre Warnung vor E-Zigaretten noch einmal verschärft. E-Zigaretten seien „ohne Zweifel“ gesundheitsschädlich und „nicht sicher“, erklärte die WHO in
WHO verschärft Warnung vor E-Zigaretten
22. Januar 2020
Boston – Die zunehmende Popularität von Marihuana bereitet US-Kardiologen Sorgen. Im Journal of the American College of Cardiology (2020; 75: 320-332) warnen sie vor den erst ansatzweise erforschten
US-Kardiologen warnen Herzpatienten vor Marihuana
22. Januar 2020
Sioux Falls/South Dakota – Säuglinge haben ein fast 12-fach erhöhtes Risiko auf einen plötzlichen Kindstod (SIDS), wenn ihre Mütter während der Schwangerschaft Zigaretten geraucht und Alkohol
Studie: Rauchen und Alkohol erhöhen Risiko auf plötzlichen Kindstod
16. Januar 2020
London – Der Verlust eines Kindes belastet viele Frauen auch dann, wenn er in der frühen Schwangerschaft erfolgt. In einer prospektiven Kohortenstudie im American Journal of Obstetrics and Gynecology
VG WortLNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER