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Medizin

Bisphosphonate: Knochendichte vor „drug holiday“ bestimmt Frakturrisiko

Dienstag, 6. Mai 2014

San Francisco – Der Anstieg des Knochenbruchrisikos, zu dem es nach der von vielen Experten empfohlenen Unterbrechung der Osteoporose-Therapie mit Bisphosphonaten kommt, lässt sich einer Studie in JAMA Internal Medicine (2014; doi: 10.1001/jamainternmed.2014.1232) am besten durch eine Knochendichtemessung zu Beginn der „drug holiday“ abschätzen. Auch das Alter der Patienten beeinflusst das Risiko. Verlaufskontrollen der Knochendichtemessung und biochemische Knochenum­baumarker lieferten dagegen keine sinnvollen Hinweise.

Bisphosphonate können bei postmenopausalen Frauen mit Osteoporose Knochen­brüchen vorbeugen. Die frühere Empfehlung, die Therapie wegen des chronischen Charakters der Osteoporose, unbegrenzt fortzusetzen, ist in den letzten Jahren ins Wanken geraten. Grund sind schwere Nebenwirkungen wie Kiefernekrosen, atypische Femurfrakturen oder das erhöhte Risiko auf ein Ösophaguskarzinom.

Die aktuelle Leitlinie der US-National Osteoporosis Foundation rät den Ärzten deshalb, nach 5 Jahren die Fortsetzung der Therapie zu überprüfen.(Die Leitlinie des Dachverbandes Osteologie aus 2009 reflektiert die neueren Daten noch nicht). Unklar ist jedoch, welche Kriterien der Arzt für seine Entscheidung nutzen kann. Neben regel­mäßigen Kontrollen der Knochendichte mit der Dual-X-Ray-Absorptiometrie (DXA) bietet sich auch die Bestimmung von biochemischen Knochenumbaumarkern an.

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Ein Team um Douglas Bauer von der Universität von Kalifornien in San Francisco hat hierzu die Daten der Fracture Intervention Trial Long-term Extension (FLEX) ausge­wertet. Die randomisierte klinische Studie hatte zwischen 1998 und 2003 untersucht, ob nach einer Behandlung mit Alendronat über fünf Jahre eine Fortsetzung sinnvoll ist.

Die Frage wurde vor acht Jahren mit „Jein“ beantwortet: Eine fortgesetzte Therapie senkte nur das Risiko von Wirbelfrakturen, nicht aber die Zahl der Hüftfrakturen (JAMA; 2006; 296: 2927-2938). Hinzu kommt, dass 22 Prozent der Frauen im Placebo-Arm innerhalb der ersten 5 Jahre nach dem Absetzen des Medikaments eine oder mehrere symptomatische Frakturen erlitten, die meisten davon traten bereits im ersten Jahr nach dem Absetzen auf. Bauer hat nun untersucht, ob diese Frakturen vorhersehbar sind.

Die Verlaufskontrolle der DXA-Messung der Hüfte und die beiden Knochenumbaumarker NTx (N-terminale Kollagen Typ I Telopeptid) und BAP (Bone alkaline Phosphatase) lieferten keine Hinweise. Das Alter der Patientin und der Ausgangswert der DXA-Messung zu Beginn der „drug holiday“ könnten jedoch ein Entscheidungskriterium sein.

Laut Bauer nahm das Frakturrisiko nach dem Absetzen von Alendronat pro 5 Jahre Lebensalter um 54 Prozent zu (Hazard Ratio HR 1,54; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,26-1,85). Teilnehmerinnen mit niedrigen DXA-Werten im Femur hatten ein um 87 Prozent erhöhtes Risiko (HR 1,87; 1,20-2,92), bei niedrigen DXA-Werten im Femurhals war das Risiko sogar mehr als verdoppelt (HR 2,17; 1,38-3,41). © rme/aerzteblatt.de

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