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Medizin

Narkosen sind in Deutschland sehr sicher

Mittwoch, 7. Mai 2014

dpa

Stuttgart – Eine Narkose ist immer mit einem Risiko für den Patienten verbunden, auch wenn der Sicherheitsstandard in der Anästhesiologie in Deutschland sehr hoch ist. Konkret ereignen sich hierzulande 7,3 schwere Zwischenfälle pro eine Million Narkosen. Das berichten die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) und der Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA). Hintergrund ist eine von den beiden Verbänden initiierte Analyse von etwa 1,36 Millionen Narkosen in Deutschland. „Somit liegen uns erstmals derart umfangreiche Daten zur Patientensicherheit in Deutschland vor“, sagte der DGAI-Präsident Christian Werner.

„Erhoben wurden die Daten in den Jahren 1999 bis 2010 auf Basis des sogenannten Kerndatensatzes Anästhesie, einem freiwilligen und anonymen Qualitätssicherungs­system“, erläutert der Erstautor der Studie Jan Schiff vom Klinikum Stuttgart. Sie ist Anfang Mai im British Journal of Anaesthesia erschienen (doi:10.1093/bja/aeu094).

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Bei den untersuchten 1,36 Millionen Fällen traten bei 36 Patienten Komplikationen auf, deren Resultat die behandelnden Anästhesisten als „Tod oder bleibender Dauer­schaden“ bezeichneten. „Ein Expertenteam hat überprüft, ob es sich eher um ein Anästhesieproblem oder eventuell um eine operative oder andere Komplikation handelte“, so Schiff.

In zehn Fällen ordneten sie die schweren Zwischenfälle und Komplikationen eindeutig der Anästhesie zu. Die Auswertung hat somit ergeben, dass es bei mindestens einem von 140.000 Patienten (7,3/1.000.000; 95% CI, 3.9-12.3) zu einem schweren Zwischenfall gekommen ist, der auf die Anästhesie zurückgeführt werden kann.

„Die Patientensicherheit bei Narkosen in Deutschland ist, verglichen mit anderen Ländern, sehr hoch“, kommentierte der DGAI-Generalsekretär Hugo Van Aken, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie am Universitätsklinikum Münster, die Ergebnisse.

Die hohe Patientensicherheit in Deutschland basiert laut Fachgesellschaft und Berufsverband auf zahlreichen Maßnahmen zur Vermeidung von Fehlern und zur Verbesserung der Versorgungsqualität. Hierzu zählten unter anderem internetbasierte „Critical Incident Reporting Systems“ (CIRS) zur Meldung von kritischen Ereignissen. Gemäß dem Prinzip „Lernen aus Fehlern“ teilen dabei Mitarbeiter freiwillig und anonym sicherheitsrelevante Ereignisse mit. Sie werden analysiert und als Lehrmaterial aufbereitet.

Hinzu kommt, dass die deutsche Anästhesie seit Jahren aufwändige Simulatortrainings fördere. „Doch auch wenn die Patientensicherheit in Deutschland bereits ein hohes Niveau erreicht hat, setzen wir uns dafür ein, diese weiter zu verbessern“, bekräftigte Werner. An erster Stelle stehe dabei die ständige Optimierung der Aus- und Weiterbildung der Anästhesisten. © hil/aerzteblatt.de

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