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Medizin

Vitamin-K-Anta­gonisten: Clindamycin kann Blutungsrisiko erhöhen

Mittwoch, 7. Mai 2014

Bonn – Eine antiinfektiöse Therapie mit Clindamycin kann bei Patienten, die eine orale Antikoagulation mit Vitamin-K-Antagonisten betreiben, zu einem Anstieg der INR (International Normalised Ratio) führen und damit das Blutungsrisiko erhöhen. Darauf weist das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in einer Risiko­information hin.

Dass Patienten, deren Blutgerinnung langfristig mit Vitamin-K-Antagonisten (z.B. Warfarin, Acenocoumarol, Fluindion) vermindert ist, ein erhöhtes Blutungsrisiko haben, wenn sie anlässlich einer akuten Infektion vorübergehend mit Antibiotika behandelt werden, ist bekannt. Der Grund wird in einer Störung der intestinalen Darmflora vermutet, zu denen auch Vitamin K-produzierende Bakterien gehören. Bei einigen Substanzen soll auch die Inhibition von Cytochrom P450-Isoenzymen, die Warfarin in der Leber abbauen, eine Rolle spielen.

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Die Gefahr ist real: Eine Kohortenstudie unter Medicare-Begünstigten kam beispiels­weise zu dem Ergebnis, dass das Blutungsrisiko sich nach einer Antibiotikagabe verdoppelt (Am J Med 2012; 125: 183–189), wobei es allerdings Unterschiede zwischen den einzelnen Antibiotika gab.

Clindamycin wurde bisher zu den Low-Risk-Antibiotika gezählt (Am J Med. 2014; doi: 10.1016/j.amjmed.2014.01.044). Der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA rät den Ärzten dennoch zur Vorsicht. Die Ärzte werden künftig in der Fachinformation aufgefordert, bei Patienten, die mit Vitamin K-Antagonisten behandelt werden, engmaschig die Blutgerinnung zu kontrollieren. © rme/aerzteblatt.de

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