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Medizin

Impfungen drängen Gelbfieber in Afrika zurück

Mittwoch, 7. Mai 2014

Gelbfieberimpfung in Liberia /dpa

London – In Afrika sind im letzten Jahr schätzungsweise 130.000 Menschen am Gelbfieber erkrankt und 78.000 daran gestorben. Ohne die Impfkampagnen von Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) und GAVI Alliance wären die Zahlen nach Berechnungen in PLOS Medicine (2014; doi: 10.1371/journal.pmed.1001638) deutlich höher.

Die Gefahren des Gelbfiebers, einer hauptsächlich von Aedes aegypti übertragenen Virusinfektion, werden häufig unterschätzt. Zwar bleibt es in den meisten Fällen bei einem grippeartigen Infekt mit hohem Fieber sowie Glieder- und Kopfschmerzen. Bei einer Beteiligung der Leber droht jedoch nicht nur ein Ikterus, der der Erkrankung den Namen gegeben hat. Infolge einer Störung der Blutgerinnung kann es zu schweren inneren und äußeren Blutungen kommen. Die Letalität beträgt dann 60 bis 70 Prozent und ist vergleichbar mit der anderer hämorrhagischer Fiebererkrankungen wie Ebola.

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Anders als bei Ebola oder Dengue ist eine Impfung gegen das Gelbfieber-Virus bereits seit den 1930er Jahren möglich. Massive Impfkampagnen haben die Erkrankung in Französisch-Westafrika in den Jahren 1940 bis 1960 deutlich zurückgedrängt. Nach dem Ende der Kolonialzeit erlosch das Interesse, und mit der zunehmenden Urbanisierung hat die Zahl der schweren Ausbrüche zugenommen. Der WHO wurden zwischen 1980 und 2012 insgesamt 150 Epidemien aus 26 Ländern in Afrika gemeldet. Gelbfieber ist auch in Südamerika endemisch, schwere Erkrankungen sind dort aber wesentlich seltener.

Die WHO hat seit 2006 zusammen mit der GAVI Alliance die Impfbemühungen forciert. In zwölf der am meisten betroffenen Länder Afrikas wurden Kampagnen durchgeführt. Deren Wirkung lässt sich angesichts des fehlenden Meldewesens in den meisten Ländern und dem unterschiedlichen Verlauf der Erkrankung schwer bewerten.

So kann das Expertenteam um Neil Ferguson vom Imperial College London die Zahl der Erkrankungen für das Jahr 2013 nur ungefähr nennen. Das 95-Prozent-Konfidenz­intervall ihrer Angaben reicht von 51.000 bis zu 380.000 Erkrankungen und von 19.000 bis zu 180.000 Todesfällen. Auch die Angaben zur zeitlichen Veränderung bleiben vage. Ferguson schätzt, dass die Erkrankungszahlen um 27 Prozent zurückgegangen sind, es könnten aber auch 31 Prozent oder nur 22 Prozent weniger sein. In den Ländern, auf die sich die Impfbemühungen konzentriert haben, könnten die Erkrankungszahlen sogar um 82 Prozent zurückgegangen sein.

Auch wenn die Impfungen damit effektiv sind, steht auch fest, dass die Kampagnen fortgesetzt werden müssen. Das Gelbfieber-Virus ist – anders als beispielsweise die Polioviren – nicht auf den Menschen beschränkt. Gelbfieber-Viren infizieren auch Primaten. Ein Teil der Epidemien nimmt in waldnahen Regionen ihren Ausgang, in denen Stechmücken das Virus von Affen auf den Menschen übertragen können. © rme/aerzteblatt.de

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