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Ärztekammer kritisiert Haltung der Landesregierung zur Uniklinik Halle

Donnerstag, 8. Mai 2014

Magdeburg – Scharfe Kritik am Umgang der Landesregierung Sachsen-Anhalt mit der Universitätsmedizin Halle hat die Ärztekammer des Landes geübt. „Die hallesche Universitätsklink hat ein eigenes Konzept zur Neustrukturierung vorgelegt und auch vor dem Wegfall einzelner Institute nicht Halt gemacht. Ich hätte mir als Reaktion mehr erwartet, als dass abermals nur Druck auf die einzelne Universität ausgeübt wird und im Ergebnis deren mögliche Schließung steht“, sagte die Präsidentin der Kammer, Simone Heinemann-Meerz.

Heinemann-Meerz bemängelte zudem, dass in der Diskussion nur in schwarzen und roten Zahlen gedacht werde. Die Universitätsklinken übernähmen unrentable und kostenintensive Behandlungen, ohne dass ein Fallpauschalen-System die dabei anfallenden höheren Kosten abfange. Zudem seien sie für die Ausbildung des dringend benötigten Ärzte-Nachwuchses verantwortlich. „Dass sich damit kein Geld verdienen lässt, scheint Sparminister Jens Bullerjahn (SPD) nicht verstehen zu wollen“, zeigte sich die Präsidentin enttäuscht über die eindimensionale Sichtweise.

Gestern hatte die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung berichtet, die Finanz­situation der Universitätsklinik spitze sich weiter zu. Laut dem Bericht geht der von der Landesregierung bestellte Gutachter Klaus Teichert von einem Verlust von insgesamt 75 Millionen Euro für die Jahre 2012 bis 2018 aus. Er rechne damit, dass die Klinik ab diesem Herbst Gehaltszahlungen nicht mehr aus eigener Kraft leisten könne. Mitte 2015 sei das Eigenkapital aufgebraucht und das Land müsse für das Millionen-Defizit einspringen.

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Der Dekan der Medizinischen Fakultät Michael Gekle nannte die Prognose des Gutachters in der Zeitung eine nicht haltbare Mutmaßung, welche die kurzfristige Entwicklung des Uniklinikums gefährde. Ärztekammerpräsidentin Heinemann-Meerz wies daraufhin, dass das Land an der Finanzierunglücke mit Schuld trage. Seit Jahren gebe es einen erheblichen Investitionsstau, den das Land Sachsen-Anhalt zu verantworten habe, weil es seinen Verpflichtungen aus der dualen Finanzierung nicht nachkomme. © hil/aerzteblatt.de

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