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Plagiatsvorwürfe gegen Mediziner an der Uni Münster

Donnerstag, 8. Mai 2014

Köln – Die Internetplattform VroniPlag meldet mehrere Plagiatsfälle bei Doktorarbeiten, die an der medizinischen Fakultät der Universität Münster entstanden sind. Nach Anga­ben eines Sprechers handelt es sich konkret um elf Verdachtsfälle, die die Fakultät betreffen. „ Wir sind erschrocken über das Ausmaß der Anschuldigungen und werden alles dafür tun, um die Vorwürfe gründlich und schnellstmöglich zu klären“, sagte der Dekan der Fakultät, Wilhelm Schmitz.

In einer der 2010 verfassten Dissertation wurden von Vroniplag zu hundert Prozent, das heißt auf allen Seiten der wissenschaftlichen Arbeit, Plagiate angezeigt. Das ließe den Schluss zu, dass der Verfasser seine Doktorarbeit quasi abgeschrieben hat. Schmitz kündigte an, mit dem Fachbereichsrat am 13. Mai die Einsetzung einer Untersuchungs­kommission zu empfehlen.

Diese solle mit externen Experten besetzt werden, um eine mögliche Befangenheit innerhalb der Fakultät auszuschließen. Abhängig vom Urteil der Untersuchungs­kommission und möglicher Konsequenzen werde die Universität Münster danach prüfen, ob sich auch einzelne Gutachter möglicher Pflichtverletzungen schuldig gemacht haben.

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An der Medizinischen Fakultät Münster werden jedes Jahr rund 280 Doktorabreiten eingereicht. Um mögliche Plagiate schneller und zuverlässiger entdecken zu können, habe man sich eigens dafür eine „Plagiats-Software“ angeschafft, sagte ein Sprecher der Fakultät dem Deutschen Ärzteblatt. Die Promovenden sind seit August 2011 verpflichtet, eine zusätzliche elektronische Fassung ihrer Dissertation einzureichen. Die unter Verdacht stehenden Arbeiten wurden jedoch vor diesem Datum zur Prüfung abgegeben.

 „Wir haben großes Interesse daran, mögliche Plagiate aufzudecken, weil wir die große Mehrheit der ehrlichen Promovenden schützen wollen und weil wir uns in jeder Hinsicht den Regeln guter wissenschaftlicher Praxis verpflichtet fühlen“, betont Schmitz. © jp/aerzteblatt.de

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